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Vatican News
Festnahme eines Demonstranten in Havanna am Montag Festnahme eines Demonstranten in Havanna am Montag  (AFP or licensors)

Kuba: Kirche fordert Freilassung von Demonstranten

Auf Kuba sind auch am Montag zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die sozialistische Regierung von Präsident Miguel Diaz-Canel zu demonstrieren.

An den ersten Massenprotesten gegen die Regierung in Kuba seit Jahrzehnten sollen sich laut Medienberichten auch kirchliche Organisationen, Priester und Priesterseminaristen beteiligen. Christliche Gruppen fordern nun die Freilassung von verhafteten Demonstranten sowie freie Wahlen.

In einer Erklärung verlangte etwa die Christliche Befreiungsbewegung (MCL) „die Freilassung politischer Gefangener, die Aufhebung der repressiven Gesetze gegen die Freiheit, die Anerkennung der wirtschaftlichen Rechte des freien Unternehmertums für Kubaner und die Anerkennung des Rechts jedes Kubaners - innerhalb und außerhalb der Insel - zu wählen und gewählt zu werden“.

Verhafteter Priester wieder freigelassen

Außerdem rief die Befreiungsbewegung die Kubaner auf, Druck auf die kommunistischen Behörden auszuüben, um Parlamentswahlen abzuhalten. Man unterstütze alle Kubaner, „die friedlich demonstrieren und von diesem legitimen Recht Gebrauch machen“, heißt es.

Nach Angaben von Amnesty International wurden mindestens 115 Menschen festgenommen. Unterdessen ist der am Wochenende verhaftete katholische Priester Castor Alvarez Devesa aus der Erzdiözese Camagüey wieder freigelassen worden. Ihm wurde Anstiftung zur öffentlichen Unruhe vorgeworfen, nachdem er sich mit jungen Demonstranten solidarisiert hatte.

Berichte über Festnahme von Seminaristen

Zudem gibt es Berichte über die Festnahme von jungen Seminaristen. Menschenrechtsorganisationen berichteten, dass Internetverbindungen und soziale Netzwerke gesperrt worden seien, damit keine weiteren Bilder von Polizeigewalt und Protesten verbreitet werden könnten.

Die Proteste richten sich gegen die katastrophale Versorgungslage auf der Insel, die hohen Lebensmittelpreise sowie den Mangel an Medikamenten. Zudem fordern die Regierungsgegner eine demokratische Öffnung des Systems. Unter dem amerikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump hatten die USA ihre Sanktionen gegen Kuba verschärft. Während der Pandemie fehlen nun auch die wichtigen Einnahmen aus dem Tourismus.

(kna – sk)
 

13 Juli 2021, 12:08