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Polizisten sichern das Olympia-Gelände in Tokio Polizisten sichern das Olympia-Gelände in Tokio  (REUTERS)

Japan: Kirchen bleiben für Athleten geschlossen

In zehn Tagen werden die Olympischen Spiele in Tokio eröffnet - und zwar voraussichtlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, da sich der Großraum der japanischen Hauptstadt aufgrund eines erneuten Anstiegs der Covid-Infektionen seit Montag im bisher vierten strengen Lockdown befindet.

Auch die katholische Kirche ist von den Maßnahmen betroffen: Alle Pläne für die Seelsorge der angereisten Sportler und Fans sind abgesagt, erklärte jetzt Tokios Erzbischof Tarcisio Isao Kikuchi laut dem Portal „Asianews“.

„Wir hätten uns gewünscht, dass sich jede Pfarrei um die geistlichen Bedürfnisse der in Japan Ankommenden kümmert. Aber in der heutigen Situation bleibt die Priorität, die Krankheit nicht zu übertragen“, so der Erzbischof, der dem Orden der Steyler Missionare angehört. Die in den kommenden Tagen und Wochen ankommenden Besucher des Großraums Tokios - darunter auch die Teilnehmer der Paralympischen Spiele, die am 24. August beginnen - würden daher über die Präventionsmaßnahmen in den Kirchengemeinden gegen Covid-19 informiert und auch gebeten, auf den Besuch von Kirchen zu verzichten.

Einschränkungen für Gottesdienste seit dem 20. Juni

Konkret gilt in der Erzdiözese Tokio schon seit 20. Juni, dass bei Gottesdiensten nur eine beschränkte Anzahl von bereits zuvor registrierten Personen anwesend sein darf. Zu den weiteren Präventionsmaßnahmen gehört etwa, dass Senioren und Kranke zur Mitfeier von zu Hause aus via Online-Übertragung angehalten sind. Die Sonntagspflicht ist aufgehoben und alle Pfarrei-Treffen finden nur online statt. Beichtstühle müssen zudem eine transparente Barriere aufweisen.

Erzbischof Kukuchi erklärte, jeder Einzelne müsse sich für oder gegen eine Corona-Impfung entscheiden; er selbst sei bereits geimpft. Weiterhin halte man in der Kirche Japans jedoch daran fest, dass eine Impfung keine Voraussetzung für eine Zulassung zum Gottesdienstbesuch sein dürfe. Wichtig sei ihm das Anliegen, Unterstützung für die Bedürftigen und besonders von der Pandemie-Krise Betroffenen zu liefern. Die Erzdiözese Tokio hat dazu eigene Notfall-Teams gestartet, die Online-Seminare und Selbsthilfegruppen in den Pfarren organisieren.

Die meisten Japaner gehören dem Shinto sowie dem Buddhismus gleichzeitig an; offizielle Statistiken listen rund 85 Prozent der Bevölkerung als Buddhisten und zugleich über 90 Prozent als Shintoisten. Weniger als ein Prozent der rund 127 Millionen japanischen Staatsbürger sind Christen, rund 440.000 davon Katholiken, wobei zusätzlich die Zahl katholischer Gastarbeiter aus den Philippinen, Korea und Brasilien bei über einer halben Million liegen dürfte und weiter ansteigt.

(kap – sk)
 

13 Juli 2021, 12:14