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Familien protestieren in Costa Rica, um zu erfahren, wo Gelder für soziale Hilfen versackt sind Familien protestieren in Costa Rica, um zu erfahren, wo Gelder für soziale Hilfen versackt sind  (ANSA)

Costa Rica: Bischöfe fordern Strafen gegen Korruption

Nach den jüngsten Korruptionsskandalen im Land hat die Bischofskonferenz alle katholischen Geschäftsleute und Beamten aufgerufen, Ethik, Transparenz und das Gemeinwohl zu fördern. Die Justiz riefen die Geistlichen auf, dringend gegen Korruption vorzugehen und die Demokratie zu schützen.

Gerade in öffentlichen Ämtern heißt es in der Botschaft der Bischofskonferenz CECR (Mittwoch, Ortszeit), sei es „absolut notwendig, verantwortungsbewusst, ehrlich, ethisch und mit Respekt vor dem Gesetz zu handeln, um Korruption zu bekämpfen und zugunsten der höchsten Interessen des Landes zu arbeiten.". Die Vertreter der Institutionen, so die costaricanischen Bischöfe weiter,  „müssen wissen, dass sie im Dienst des Gesetzes stehen und dass sie die unausweichliche Verpflichtung haben, eine würdige und ehrliche Arbeit zu leisten", Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die „Grundprinzipien des Rechtsstaates" verloren gingen. Mit Blick auf die nächsten Parlamentswahlen, die für den 6. Februar 2022 angesetzt sind, mahnen die Bischöfe daher alle Kandidaten,  die ethischen Werte zu wahren, die das Land schon immer prägten.

System der Korrpution

Bei einer Untersuchung kamen jüngst zahlreiche mutmaßliche Korruptionsfälle im öffentlichen Bausektor Costa Ricas ans Licht. Bisher wurden mehr als 50 Institutionen, Unternehmen und Privathäuser von der Staatsanwaltschaft überprüft und mehr als 30 Leute festgenommen. Lokalen Medien zufolge wurde zwischen 2018 und 2020 ein regelrechtes „System der Korruption" geschaffen, das dem Staatshaushalt einen Verlust von 78 Milliarden in lokaler Währung (rund 102 Millionen Euro) bescherte. Staatschef Carlos Alvarado Quesada hat die Gesetzgebende Versammlung gebeten, eine Untersuchungskommission zu eröffnen. Stadtrat Camilo Saldarriaga Jiménez trat zurück, nachdem er ins Visir der Ermittlungen geraten war.

Die aktuelle Lage beschreiben die Bischöfe, als sehr schmerzlich, da für das Land „so notwendige öffentliche Arbeiten" von Korruption betroffen sind. Die Geistlichen zeigen Verständnis für die Empörung der Mehrheit der Bürger, die über den „Verfall der nationalen Institutionen" enttäuscht seien. Die CECR mahnt daher:

„Ethische Verpflichtung aller, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich“

„Ohne eine ethische Verpflichtung aller, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich, wird es schwierig sein, den Weg der Gerechtigkeit, der ganzheitlichen Entwicklung, des Vertrauens und der Glaubwürdigkeit für die gesamte Gesellschaft zu beschreiten".

Die Korruptionsfälle im öffentlichen Bereich beeinträchtigten nämlich die Demokratie und sorge unter der Bevölkerung  für noch größere Ungleichheit. „Jede Chance auf soziale und wirtschaftliche Entwicklung" werde so vereitelt, geben Costa Ricas Bischöfe zu bedenken. 

Sie zeigen sich zugleich zuversichtlich angesichts der Arbeit der Justiz, wo es sicher „keinen Raum für Straflosigkeit geben wird, die die Grundlagen der Demokratie untergräbt". 

(vatican news - sst) 

 

01 Juli 2021, 14:53