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Papst Franziskus und Kardinal Sako beim Papstbesuch im Irak im März dieses Jahres Papst Franziskus und Kardinal Sako beim Papstbesuch im Irak im März dieses Jahres  (ANSA)

Chaldäischer Patriarch: Die Erfahrung der Ostkirchen nutzen

Kardinal Louis Raphael Sako wirft einen Blick auf das neue Verfahren der kommenden Bischofssynode. In einer an Asianews gesendeten Botschaft lädt er dazu ein, die Erfahrung von Ostkirchen in Fragen der Synodalität zu nutzen.

„Um den Wunsch des Heiligen Vaters zu unterstützen, ist es wünschenswert, dass jeder Kontinent eine Art ständige Synode hat, die aus einer kleinen Gruppe von Bischöfen des jeweiligen geographischen Gebietes besteht,“ kommentiert der chaldäische Patriarch, Kardinal Louis Raphael Sako, in seiner Botschaft die von Franziskus umrissenen Richtlinien zur Synodenversammlung.

Wichtig sei es auch, den Bischofskonferenzen der einzelnen Länder größere Autorität zuzugestehen, damit sie sich den Herausforderungen stellen könnten, die „mit kollegialem Verantwortungsbewusstsein“ angegangen werden müssten, so der Patriarch weiter. Ein solcher Ansatz mache es erforderlich, dass „wir in Harmonie mit dem Papst handeln und uns an das Band erinnern, das uns mit dem Nachfolger Petri verbindet.“

Wie Kardinal Sako erklärt, stehe die katholische Kirche „am Vorabend der vom Papst gewünschten Reise“, die sie die Synodalität wiederentdecken lasse und „eine individuelle und gemeinschaftliche Reifung des Volkes Gottes“ fördere. Papst Franziskus wird im Oktober einen synodalen Weg in drei Schritten eröffnen, der mit breiten, weltkirchlichen Konsultationen und Unterscheidungsprozessen auf die Bischofssynode zum Thema Synodalität im Herbst 2023 zuführt.

Erst hören, dann aufbrechen

Ziel der diözesanen Phase sei es, auf das Volk Gottes zu hören, während sich die zweite und dritte Phase auf die Weltkirche und die Kirche im Aufbruch konzentrieren werde, fasst Sako zusammen.

„Die Einladung von Papst Franziskus ist eine Gelegenheit, den Weg der Kirche analytisch vorzubereiten, um die Weltkirche zu erreichen - unter Einbeziehung jeder Pfarrei, jeder Diözese, jeder Bischofskonferenz,“ so der chaldäische Patriarch, der die Synode 2023 als Gelegenheit sieht, „über pastorale Orientierungen, theologische Programme und administrative Projekte nachzudenken, ausgehend von den konkreten Situationen, in denen die Kirche lebt und arbeitet.“

Die Ostkirchen könnten sich an der Spiritualität erfreuen, die von der Synodalität ausgeht, sowie an der Methodik, die auf die Vorbereitung der Themen angewandt werde. Für die Kirche des Westens sei es dagegen eine Gelegenheit, „aus der alten und gefestigten Erfahrung der Ostkirchen Nutzen zu ziehen,“ schließt die Botschaft des chaldäischen Patriarchen.

(asianews - skr)
 

01 Juli 2021, 13:42