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Bei der Beerdigung von Benigno Aquino III. Bei der Beerdigung von Benigno Aquino III.  (ANSA)

Philippinen: Scharfe Kritik an Duterte

Bei der Beerdigung des früheren Präsidenten Benigno Aquino III. in Quezon City am Samstag hat ein katholischer Bischof die gegenwärtige Regierung scharf angegriffen.

Ohne Präsident Rodrigo Duterte beim Namen zu nennen, drückte Erzbischof Socrates Villegas in scharfen Worten sein Bedauern darüber aus, dass sich Spitzenpolitiker mittlerweile nicht mehr als „Diener“, sondern als „Bosse“ verstünden. Die „Würde des Volkes“ sei „kompromittiert“, „gute und abwägende Regierungsführung“ gebe es nicht mehr.

Villegas war früher Sekretär des Kardinals von Manila, Jaime Sin. Dieser 2005 verstorbene Kirchenführer hat 1986 die sogenannte „Rosenkranz-Revolution“ angeführt, die der Marcos-Diktatur ohne Blutvergießen ein Ende machte und den Übergang der Philippinen zur Demokratie ermöglichte.

Keine edlen Staatsmänner mehr in Sicht

Villegas rühmte, der verstorbene frühere Präsident Aquino habe sich nicht öffentlich gegen teilweise unflätige Vorwürfe seines Nachfolgers Duterte zur Wehr gesetzt. „Sein Schweigen war ein Schweigen der Würde – das Schweigen eines edlen Staatsmannes, wie es sie heute nicht mehr gibt“, so der Erzbischof.

Auf den Philippinen finden Anfang Mai nächsten Jahres Präsidentenwahlen statt. Amtsinhaber Duterte wird von kirchlichen und menschenrechtlichen Akteuren ein verheerendes Zeugnis ausgestellt, vor allem was sein Vorgehen im sogenannten „Krieg gegen Drogen“ betrifft.

(ucanews – sk)
 

28 Juni 2021, 11:26