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Eine Solidaritätsdemo für die belarussische Opposition in Prag am 7. Juni Eine Solidaritätsdemo für die belarussische Opposition in Prag am 7. Juni 

Belarus: Orthodoxer Erzbischof abgesetzt

Die russisch-orthodoxe Kirche hat einen Erzbischof in Belarus seines Amtes enthoben.

Das Moskauer Leitungsgremium, der Heilige Synod, habe den Erzbischof von Grodno und Wolkowysk, Artemij (Kischtschenko), aus „gesundheitlichen Gründen“ in den Ruhestand versetzt, teilte die Kirche am Mittwoch in Moskau und Minsk mit. Damit sei man einer entsprechenden Bitte des belarussischen Exarchats gefolgt.

Die orthodoxe Kirche in Belarus hat eine gewisse Eigenständigkeit, gehört aber zum Moskauer Patriarchat, wo auch alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden.

Artemij hatte Wahlfälschungen kritisiert

Erzbischof Artemij hatte im Sommer 2020 die Wahlfälschung zugunsten des autoritären Machthabers Alexander Lukaschenko verurteilt. Die Kirche dürfe nicht gleichgültig sein, hatte er gesagt. Die Verantwortlichen müssten „für all die Fälschungen, für den Betrug niederknien“, so Artemij damals. Zu seinem Nachfolger ernannte die Kirchenführung den Bischof von Slutsk und Soligorsk, Antonius (Walentinowitsch).

Schon im vergangenen Sommer war das bisherige Oberhaupt der orthodoxen Kirche in Belarus, Metropolit Pawel, überraschend zurückgetreten. Das Leitungsgremium der russisch-orthodoxen Kirche, der Heilige Synod, wählte darauf im September Wenjamin, bisher Bischof von Borisow und Marina Gorka, zu seinem Nachfolger.

(kap – sk)
 

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10. Juni 2021, 11:47