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Straßenverkäufer im Stadtzentrum von San Salvador Straßenverkäufer im Stadtzentrum von San Salvador  (Jose Cabezas)

El Salvador: Parlament stimmt für „Recht auf Nahrung“

Das Parlament in San Salvador hat das „Recht auf Nahrung“ als Menschenrecht in die Verfassung aufgenommen. Für die entsprechende Reform von Artikel 69 der Verfassung stimmten 57 der 84 Abgeordneten im Kongress.

Allerdings stehen am 28. Februar Parlamentswahlen an; erst danach kann das Gesetz von einem neuen Kongress in Kraft gesetzt werden. Die erforderliche qualifizierte Mehrheit dafür liegt bei 56 Stimmen; sie wurde diesmal also knapp erreicht.

Für die Reform hatte sich die katholische Kirche stark engagiert. Erzbischof José Luis Escobar hatte in diesem Anliegen Mitte Januar ein Gespräch mit Abgeordneten geführt. Schon im letzten Oktober war es einem kirchlichen Aktionsbündnis gelungen, ein Recht auf Trinkwasser im Gesetz zu verankern. Die Kirche kündigte jetzt an, sie werde Druck auf den künftigen Kongress ausüben, damit das „Recht auf Nahrung“ Gesetzeskraft erhalten kann.

„Jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Nahrung“

Artikel 69 der salvadoranischen „Magna Carta“ legt fest: „Jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Nahrung. Es ist Aufgabe des Staates, eine Politik der Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit für alle Einwohner zu schaffen.“ Ein UNO-Bericht schätzte im Oktober 2019, dass El Salvador durch Mangelernährung unter der Bevölkerung jedes Jahr Kosten in Höhe von zehn Prozent seines Bruttoinlandsprodukts entstehen.

(vatican news/UN – sk)
 

01 Februar 2021, 13:18