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Proteste gegen den Putsch in Rangun Proteste gegen den Putsch in Rangun  (ANSA)

Myanmar: Bischöfe rufen zum Friedensgebet

Myanmars katholische Bischofskonferenz ruft für kommenden Sonntag zum Fasten und Beten auf. Nach der Machtübernahme durch das Militär haben sich in der Bevölkerung friedliche Proteste vervielfacht.


„Wir fordern den Klerus auf, Messen mit einer besonderen Intention für den Frieden zu feiern und bitten alle Katholiken, sich dem Gebet, dem Fasten und der eucharistischen Anbetung anzuschließen“, heißt es in einer Erklärung der Bischofskonferenz. Darin werden alle Bischöfe dazu aufgefordert, in ihren Predigten zu Dialog, Gewaltlosigkeit und Demokratie aufzurufen und damit den Friedensappell von Kardinal Charles Maung Bo, dem Erzbischof von Rangun, aufzugreifen.

Kardinal Bo hatte in seinem Appell vom 4. Februar Frieden und Demokratie als einzig gangbaren Weg aus der Krise des Landes beschrieben und zum Gewaltverzicht gemahnt. Nach dem Militärputsch müssten die Armee und die Partei von Aung San Suu Kyi den Dialog wieder aufnehmen. Der Kardinal appellierte auch an die internationale Gemeinschaft: „Verhängen Sie keine Sanktionen, die Millionen von Menschen in die Armut treiben würden!“

Bürger protestieren, es gibt weiter Festnahmen

In Myanmar haben sich friedlichen Protestinitiativen gegen den Putsch vervielfacht. Die Verhaftung von Parlamentariern, Aktivisten und Funktionären, die mit der „Nationalen Liga für Demokratie“ (NLD) in Verbindung stehen, gehen weiter. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Mittwoch die Freilassung aller Verhafteten, die Achtung der Menschenrechte durch Vermeidung von Gewaltanwendung und die Wiederherstellung des demokratischen Prozesses in Myanmar gefordert. Indonesien und Malaysia drängen auf ein außerordentliches Treffen der ASEAN (Association of Southeast Asian Countries), in der Myanmar Mitglied ist.

Betrugsvorwürfe, dann Putsch

Nachdem die „Nationale Liga für Demokratie“ (NLD) am 8. November eine Wahl gegen die vom Militär unterstützte „Union Solidarity and Development Party“ (USDP) gewonnen hatte, zweifelte die USDP das das Ergebnis an und beschuldigte die NLD des Betrugs. Anfang Februar entmachtete das Militär die zivile Führung des südostasiatischen Landes um De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und verhängte den Ausnahmezustand und übertrug die Führung der neuen Regierung an General Min Aung.

Papst Franziskus hatte Myanmar 2017 besucht und zum Frieden aufgerufen.

(vatican news – pr)
 

06 Februar 2021, 11:58