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Vatican News
Schulkind bei der Corona-Impfung Schulkind bei der Corona-Impfung  (AFP or licensors)

Japan: 40 Prozent mehr Schüler-Suizide nach COVID

2020 haben sich in Japan 479 Schüler und Schülerinnen das Leben genommen. Das waren 40 Prozent mehr als im Jahr davor. Der in Japan tätige Missionar Marco Villa führt diesen Anstieg auf mehr Cyber-Mobbing während des Corona-Lockdowns mit geschlossenen Schulen zurück.

In den vergangenen Jahren seien Suizide unter Erwachsenen in Japan etwas zurückgegangen, aber bei Minderjährigen nähmen sie laufend zu, so der Generalsekretär der Päpstlichen Missionswerke in Japan. Die Hauptursache für diese Todesfälle sei Mobbing, das auch unter Mädchen immer weiter verbreitet sei. Die meisten Schul-Suizide seien nach der Sommerpause und dem Wiedereintritt in die Schule zu verzeichnen. „In diesem Jahr befürchte ich, dass der Lockdown die psychische Gewalt auf der digitalen Ebene weiter gefördert hat. Und wenn man sich dann wieder trifft, explodieren die Probleme", so Pater Villa.

Zwar gebe es in japanischen Schulen inzwischen einen psychologischen Dienst, die Jugendlichen hätten aber Scheu, sich zu öffnen. Manchmal bemerkten selbst die Familien nicht die seelischen Schwierigkeiten ihrer Kinder, außer wenn es sich körperlich zeige. „Auf den Schultern der Jugendlichen lastet vor allem eine Gesellschaft, in der der Wettbewerb schon in der Schule sehr stark ist: Diejenigen, die es am schwersten haben, fühlen sich ausgegrenzt“, so der Ordensmann.

(asianews – gs)

17 Februar 2021, 09:53