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Bischof Johannes Bahlmann von Óbidos vor dem ersten von drei Krankenhausschiffen am Amazonas Bischof Johannes Bahlmann von Óbidos vor dem ersten von drei Krankenhausschiffen am Amazonas 

Amazonien: Das Krankenhausschiff „verdreifacht“ sich

Gute Nachrichten vom Amazonas: Bald werden auf dem längsten Fluss Amerikas und seinen ausgedehnten Nebenflüssen nicht nur eines, sondern insgesamt drei kirchliche Krankenhausschiffe zu Menschen in entlegenen Urwaldgebieten unterwegs sein. Das bestätigt der deutsch-brasilianische Bischof von Óbidos, Johannes Bahlmann, im Gespräch mit Radio Vatikan.

Gudrun Sailer - Vatikanstadt

„Das Krankenhausschiff ,Papa Francisco´ hat seit letztem Jahr über 80.000 Behandlungen durchgeführt, was einem Hospital mittlerer Größe gleichkommt“, so der Franziskaner-Bischof, der die von Papst Franziskus geäußerte Idee eines solchen Schiffes in Amazonien von Anfang an maßgeblich vorangetrieben hat. „Wir haben aber auch festgestellt, dass die Kapazitäten eingeschränkt sind und wir einen weiteren Schritt tun mussten.“ Deshalb wurden letztes Jahr zwei weitere Schiffe angeschafft. Eines davon war vorher ein Hängemattenboot, wie sie am Amazonas typisch sind, um längere Strecken, auch nachts, zurückzulegen. „Jetzt wird dieses Schiff nach und nach umgebaut und es wird den Namen Johannes Paul II. erhalten. Dieses Krankenhaus-Schiff wird eine höhere Kapazität für Behandlungen haben wie auch eine größere Kapazität für das Personal, also Räumlichkeiten. Denn die ,Papa Francisco´ war einfach zu klein für alle Behandlungen.“

Hier zum Hören:

Zwei weitere Krankenhausschiffe

Papst Franziskus und Papst Johannes Paul II.: Diese beiden Schiffe werden in Zukunft Seite an Seite zur Behandlung von Kranken in Amazonien unterwegs sein, sagt Bischof Bahlmann. „Dann haben wir auch die Freude, dass wir ein drittes Krankenhausschiff auf den Weg bringen konnten. Es wurde bereits gekauft, wird jetzt in Manaus umgebaut und dann im Bundesstaat Amazonas zwischen Manaus und Parintins verkehren. Es wird Johannes XXIII. heißen und wird unser drittes Krankenhausschiff sein, das wir durch verschiedene Partnerschaften erwerben konnten, vor allem durch die Staatsanwaltschaft des Staatsministeriums, das Bußgelder zur Verfügung gestellt hat zum Erwerb dieser Schiffe.“

Der Bischof und das erste Schiff
Der Bischof und das erste Schiff

Es war Fügung, dass die Geschichte der Krankenhausschiffe in Amazonien sich so gut entwickelte. Die Anregung stammte von Papst Franziskus, der sie den Franziskanern in Brasilien anvertraute. Als das brasilianische Fernsehen einmal über das Vorhaben berichtete, sah ein Richter zu, der gerade einem Prozess gegen BASF und Shell vorstand, so erzählte es Bischof Bahlmann mehrfach. Die beiden Konzerne hatten in den 90er Jahren ökologische Desaster in São Paolo verursacht und mussten hohe Strafen zahlen, die in soziale Projekte in Brasilien fließen sollten. Der Richter sah den Fernsehbeitrag und schlug das Krankenhauschiff als Empfänger von Bußgeldzahlungen vor. So flossen umgerechnet an die sechs Millionen Euro in die Gesundheitsversorgung von Menschen in Amazonien, die, wenn sie erkranken, Stunden oder Tage brauchen, um die nächste Klinik zu erreichen.

Franziskus gab Anregung zu Krankenhausschiffen

„Das ist ein guter Fortschritt für die Menschen und ihre Gesundheit hier in Amazonien – und ein konkreter Akt der Nächstenliebe“

Für ihn sei es eine große Freude, mit den neuen schwimmenden Kliniken am Amazonas und seinen Nebenflüssen den Menschen besser helfen zu können, sagt uns Bischof Bahlmann: „Das ist ein guter Fortschritt für die Menschen und ihre Gesundheit hier in Amazonien – und ein konkreter Akt der Nächstenliebe, gerade in Bezug auf Infrastruktur, ärztliche Behandlung und Hospitäler.“

Bischof Bahlmann, der aus Norddeutschland – genau: Visbek in Niedersachsen - stammt, wirkt seit 1984 in Brasilien, Papst Benedikt XVI. machte ihn 2009 zum Prälaten des Amazonas-Bistums Óbidos. Der Franziskaner nahm an der vatikanischen Sondersynode zu Amazonien im Herbst 2019 teil. Dort sprach er vor den versammelten Synodalen in seinem Redebeitrag über das Krankenhausschiff; es war das erste Mal in der Geschichte der Bischofsynode, dass bei einem Redebeitrag in der Synodenaula ein Film gezeigt wurde.

(vatican news) 

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11. Januar 2021, 08:39