Suche

Vatican News
Jesuiten in Indien Jesuiten in Indien 

Indien: Hommage an italienischen Jesuitenmissionar

Die Jesuiten im indischen Chennai haben ihren Mitbruder gefeiert, den italienischen Missionar Costanzo Giuseppe Beschi (1680-1747). Bei der Zeremonie an diesem Montag waren auch wichtige Persönlichkeiten des politischen Lebens anwesend.

Seine Statue steht an der Uferpromenade der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu. Der italienische Jesuitenpater Costanzo Giuseppe Beschi nahm im 18. Jahrhundert einen wichtigen Platz in der tamilischen Kultur ein. Er war Dichter, Schriftsteller und Übersetzer der tamilischen Sprache, ja, wurde sogar „Veeramaamunivar“ - Vater der tamilischen Prosa – genannt.

Einer der bedeutendsten Jesuiten des 18. Jahrhunderts

Der 1680 in Castiglione dello Stiviere, in der italienischen Provinz Mantua geborene Costanzo Giuseppe Beschi, trat 1709 dem Jesuitenorden bei. Ein Jahr später wurde er als Missionar nach Madurai in Südindien gesandt.

Dort nahm er – in Anlehnung an die Arbeit seiner Ordensbrüder in China – einen indischen Lebensstil an, kleidete sich als Sannyasi (hinduistischer Asket) und baute Kirchen, die von den Tempeln der Mehrheitsreligion inspiriert waren.

Ein Klassiker der tamilischen Literatur

Vor allem aber beherrschte er die tamilische Sprache so gut, dass er sogar poetische und literarische Werke verfassen konnte, darunter das Thembavani: ein episches Gedicht, das die Geschichte Jesu erzählt und als ein Klassiker der tamilischen Literatur gilt.

Der italienische Missionar soll mindestens 12.000 Menschen getauft haben: von den höchsten bis zu den niedrigsten Kasten. Pater Beschi starb in Ambalakaadu (Thrissur), das heute in Kerala liegt. Sein Grab in Sampaloor ist noch heute ein beliebtes Pilgerziel.

(asianews - skr)

09 November 2020, 15:59