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Vatican News
Frau in Ciudad Delgado mit Wasserkanister Frau in Ciudad Delgado mit Wasserkanister  (AFP or licensors)

El Salvador: Der Kampf ums Wasser

Die Kirche in El Salvador fordert den Stopp eines millionenschweren und umstrittenen Immobilienprojektes. San Salvadors Erzbischof José Luis Escobar Alas erklärte am Sonntag, die Kirche zeige sich solidarisch mit den von den Konsequenzen des Baus „Valle El Angel“ betroffenen Gemeinden.

Das Immobilienprojekt habe zur Folge, dass Tausende arme Familien ohne Wasser blieben. „Für das Wohl dieser vielen armen Menschen fordern wir einmal mehr die Regierung auf, dass sie das wichtige Wassergebiet schützen und nicht seine Zerstörung erlauben“, zitiert die Zeitung Diario CoLatino Escobar Alas.

Das Immobilienprojekt einer der reichsten Familien des Landes umfasst den Bau von 8.000 Luxus-Wohnungen, Hotels und Bürogebäuden im Norden der Hauptstadt San Salvador. Umweltschützer befürchten, dass das Projekt das ökologisch wertvolle Areal, auf dem das Grundstück liegt, zerstört. Unter anderem liegt dort die Quelle des Flusses Chacalapa.

Wasser als Menschenrecht

Das salvadorianische Parlament hat im Oktober einen Beschluss verabschiedet, die das Recht auf Wasser in die Verfassung einführt. Der Beschluss muss noch von der zweiten Kammer im Februar nächsten Jahres ratifiziert werden, um in Kraft zu treten.

In vielen Teilen Mittel- und Südamerikas setzt sich die Kirche verstärkt für ein Menschenrecht auf Wasserversorgung ein und wehrt sich in diesem Bereich gegen Privatisierungen. In seiner Schöpfungs-Enzyklika Laudato si‘ von 2015 hat auch Papst Franziskus den Zugang zu sicherem Trinkwasser als „grundlegendes, fundamentales und allgemeines Menschenrecht“ bezeichnet. Es sei „für das Überleben der Menschen ausschlaggebend und daher die Bedingung für die Ausübung der anderen Menschenrechte“.

„Schwere soziale Schuld gegenüber den Armen“

Wörtlich schrieb der Papst: „Diese Welt lädt eine schwere soziale Schuld gegenüber den Armen auf sich, die keinen Zugang zum Trinkwasser haben, denn das bedeutet, ihnen das Recht auf Leben zu verweigern, das in ihrer unveräußerlichen Würde verankert ist.“ (Nr. 30).

(kna/vatican news – sk)

23 November 2020, 10:23