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Vatican News
Erzbischof Jose Gomez, Vorsitzender der US-Bischofskonferenz (USCCB) Erzbischof Jose Gomez, Vorsitzender der US-Bischofskonferenz (USCCB) 

USA: „Heilung und Hoffnung" als Losung der Herbsttagung

Unter anderem standen zum Auftakt des virtuellen Treffens die Pandemie und der Umgang mit der sexuellen Missbrauchskrise im Zentrum. Die Eröffnungsrede am Montag hielt der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz (USCCB), Erzbischof Jose Gomez.

In seiner Rede ging Gomez auch kurz auf den jüngst veröffentlichten Bericht des Vatikan über Theodore McCarrick ein. Er bete dafür, dass die Opfer des Missbrauchs, „Heilung und Hoffnung" fänden. Gomez appellierte zudem an die Bischöfe, „Kinder und verletzliche Erwachsene zu schützen und den Fluch des Missbrauchs von unserer Kirche zu verbannen". McCarricks Fehlverhalten war laut dem Vatikanbericht seit den 1990er Jahren gerüchteweise bekannt, verhinderte aber nicht seinen Aufstieg in der Kirchenhierarchie.

Der designierte Kardinal und Erzbischof von Washington, Erzbischof Winston Gregory, appellierte an die Bischöfe, angesichts der sexuellen Missbrauchskrise der Kirche daran zu arbeiten, „die Infragestellung unserer Integrität zu überwinden". Dies setze „ Transparenz, Reue und Verpflichtung, Gebet und Versöhnung, Echtheit und Bescheidenheit voraus". Der McCarrick-Bericht habe „die dunkelsten Ecken unserer Kirche zum Vorschein gebracht, über die ich mich zutiefst schäme und über die ich tief verärgert bin", so Gregory. Ähnlich deutlich äußerte sich Weihbischof Robert Barron aus Los Angeles, der als aufsteigende Persönlichkeit in der US-Kirche gilt. Der Report aus Rom lege die „tragische Inkompetenz" offen, die von einer klerikalen Struktur angetrieben worden sei, „die mit sich selber befasst ist und das Ihre schützt".

In New York steigen die Coronavirusinfektionen trotz der Schutzmaßnahmen bisher weiter
In New York steigen die Coronavirusinfektionen trotz der Schutzmaßnahmen bisher weiter

Weiteres Thema: Die Coronavirus-Pandemie

Erzbischof Jose Gomez von Los Angeles thematisierte in seiner Eröffnungsrede auch die Coronavirus-Pandemie. „In dieser Zeit des Sterbens, ist es unsere Aufgabe, über das Leben zu sprechen", so Gomez. Er forderte die Gläubigen auf, „die Liebe Christi für jede Person, die Macht des Kreuzes und das Versprechen der Wiederauferstehung zu verkündigen". Die Pandemie verlange ein „heroisches Christentum", wie es der Papst der Kirche aufgetragen habe.

„Unsere Mission besteht darin, die Welt auszusöhnen“

Der päpstliche Nuntius Christophe Pierre forderte die US-Kirche auf, sich der „Herausforderung der Heilung der Welt" zu stellen. Jesus stünde in diesen bewegten Zeiten „im Zentrum des Sturms". Wer ihm begegne, könne nicht zur „Normalität" zurückkehren. Die Kirche leide unter denselben Problemen, denselben Krankheiten wie der Rest der Gesellschaft: „Unsere Mission besteht darin, die Welt auszusöhnen."

Personalien

Die Ergebnisse der Komitee-Wahlen bestätigten die bisherige Ausrichtung der USCCB, brachten aber einige Veränderungen auf wichtigen Positionen. Neuer Generalsekretär der Bischöfe wird Monsignore Jeffrey Burrill, ein Konservativer, der persönlich als zugänglich gilt. Bei den Wahlen für das Komitee für Religionsfreiheit, Erziehung und Lebensfragen, wählte USCCB mit dem New Yorker Kardinal Timothy Dolan, Bischof Thomas Daly und dem Erzbischof von Baltimore, William Lori, Traditionalisten an die Spitze. Das virtuelle Treffen der US-Bischofskonferenz ist auf zwei Nachmittagssitzungen am 16. und 17. November begrenzt.

(kna – sst)

17 November 2020, 11:06