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Friedensnobelpreis 2020 für das Welternährungsprogramm Friedensnobelpreis 2020 für das Welternährungsprogramm  (AFP or licensors)

Nobelpreis: Hinder gratuliert dem WFP

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen. Es werde für den beeindruckenden Kampf gegen den weltweiten Hunger ausgezeichnet, teilte das Norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo mit.

Dies gelte insbesondere während der Corona-Pandemie, die die Situation für Millionen Menschen gerade in Konfliktgebieten zusätzlich verschlimmert habe, hieß es. Derzeit gebe es noch keinen Impfstoff gegen Covid-19. „Ernährung ist die beste Impfung gegen Chaos“, so das Preiskomitee.

Insgesamt gab es nach Angaben des Komitees in diesem Jahr 318 Nominierungen, davon 211 Einzelpersönlichkeiten und 107 Organisationen. Der Preis ist mit 10 Millionen schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert.

Preisverleihung am 10. Dezember

Er wird als einziger der fünf Nobelpreise nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Dort findet die Verleihung traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896), statt; allerdings wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auf den festlichen Rahmen verzichtet.

Der Friedenspreis soll, so Nobels Letzter Wille, an jenen verliehen werden, der die beste Arbeit für mehr Brüderlichkeit zwischen Nationen geleistet hat, das Militär abgeschafft oder Friedenskongresse veranstaltet hat.

Bischof Hinder (Foto: Kempis)
Bischof Hinder (Foto: Kempis)

Bischof Hinder: Nobelpreis gegen „inakzeptables internationales Schweigen“

Unter den Gratulanten ist an diesem Freitag auch Bischof Paul Hinder. Der aus der Schweiz stammende Kapuziner ist Bischof von Arabien mit Sitz in Abu Dhabi; er ist auch für den Jemen zuständig, ein Land, in dem Millionen Menschen hungern.

In der berechtigten Sorge um die Corona-Pandemie rücke momentan der Hunger in der Welt oft aus dem Blick, so Bischof Hinder. Er sei „froh“, dass mit der diesjährigen Preisvergabe eine Organisation geehrte werde, die mit ihren Ernährungsprogrammen Millionen von Menschen zum Überleben verhilft, schreibt der Bischof von Arabien in einer Stellungnahme. Davon profitierten auch unzählige Menschen im Jemen.

„Es braucht Zugang zu Nahrung, nicht zu Waffen“

Für Hinder leistet das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) nicht nur Überlebenshilfe, sondern einen Beitrag zum Frieden. „Wer Frieden fördern will, muss den Hunger bekämpfen. Dazu braucht es Zugang zu Nahrung und nicht zu Waffen.“ An diese „humanitäre Binsenwahrheit“ erinnere die diesjährige Preisvergabe, schreibt Hinder.

Erklärung von Abu Dhabi „nicht ungehört verhallt“

Für den Bischof von Arabien ist die Auszeichnung des WFP auch eine Bestätigung dafür, dass „die Klage in der Erklärung von Abu Dhabi“, die nun auch von der Papst-Enzyklika „Fratelli tutti“ zitiert werde, nicht ungehört verhalle. Diese Erklärung hatten Papst Franziskus und der Grossimam Ahmed al-Tayyeb 2019 in Abu Dhabi gemeinsam unterzeichnet.

Beklagt wird darin ein „inakzeptables internationales Schweigen“ angesichts von politischen Krisen, die dazu führten, dass „Millionen von Kindern an Hunger sterben, die aufgrund von Armut und Unternährung bereits bis auf die Knochen abgemagert sind“.  

(kap/kna/kath.ch – mg)

09 Oktober 2020, 11:49