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DIe Ärmsten trifft es am härtesten in der Corona-Krise DIe Ärmsten trifft es am härtesten in der Corona-Krise  (AFP or licensors)

Schuldenerlass: Appell von Kirchenvertretern weltweit

Einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer haben mehr als 140 Vertreter christlicher Kirchen in einem Schreiben an den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank (WB) gefordert. Unter den Unterzeichnern des Briefes ist auch eine Vertreterin der vatikanischen „Task Force“-Kommission für globale Folgen von Covid-19.

Im „Geist der Solidarität und Hoffnung“ erklären sich die Autoren des Appells solidarisch mit „den am stärksten gefährdeten Mitgliedern unserer Gemeinschaften“, die durch die Corona-Pandemie „Krankheit, Tod, Hunger und Verlust der Lebensgrundlage“ erleiden.

Zunahme der Armut schwerwiegende Folge

Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank hätten selbst auf ernste Risiken des Gesundheitsnotstandes wie etwa die rasante Zunahme der Armut und die sinkenden Rohstoffpreise verwiesen, erinnert das Schreiben, das anlässlich der noch bis 18. Oktober laufenden gemeinsamen Jahrestagung des IWF und der WB verfasst wurde.

Besonders arme Länder seien angesichts der verheerenden Pandemie-Folgen „ungerecht“ durch Schulden belastet: „Geld, das so dringend für Medikamente, persönliche Schutzausrüstung, Nahrungsmittelnotversorgung und soziale Sicherheitsnetze benötigt wird, wird immer noch zur Schuldentilgung umgeleitet“.
Die Unterzeichner appellieren vor diesem Hintergrund, „in dieser kritischen Zeit mutige Führung zu zeigen“ und „den Entwicklungsländern für die Dauer dieser Krise die Schulden zu erlassen.“ Die UN-Sonderorganisation und die multinationale Weltbank müssten eine „Schlüsselrolle bei Bewältigung dieser Krise“ spielen, um „unsere Welt zu heilen und wiederaufzubauen“ und besonders bedürftige Nationen jetzt zu unterstützten.

Schuldenerlass für Dauer der Krise

Ein Schuldenerlass sei „der unmittelbarste Weg, um die Mittel freizusetzen, die notwendig sind, um zu verhindern, dass Millionen unserer Brüder und Schwestern durch die Pandemie unnötig in die Armut gedrängt werden“, erläutern sie. Der Brief erinnert an die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September, in der der Papst „den Erlass der Schulden der schwächsten Länder angesichts der schwerwiegenden Auswirkungen der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Krisen, denen sie als Folge von Covid-19 ausgesetzt sind“, anmahnt.

Vertreterin von Vatikan-Kommission mit dabei

Zu den Unterzeichnern gehört – neben vielen anderen – die Koordinatorin der Arbeitsgruppe Wirtschaft der Vatikanischen Kommission für die Überwindung von Covid-19, Schwester Alessandra Smerilli, der Generalsekretär der Anglikanischen Gemeinschaft, Bischof Josiah Idowu-Fearon, die Stellvertretende Generalsekretärin des Ökumenischen Rates der Kirchen, Isabel Apawo Phiri. Auch setzten mehrere bekannte Kirchenvertreter des afrikanischen Kontinentes ihre Unterschrift unter den Brief, darunter etwa der Erzbischof von Addis Abeba, Kardinal Berhaneyesus D. Souraphiel, und von Kinshasa, Kardinal Fridolin Ambongo Besungu sowie der Generalsekretär der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz, Pfarrer Fidon Mwombeki.


(cafod/vatican news – pr)

14 Oktober 2020, 18:48