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Irak/EU: Bischof von Mossul könnte Sacharow-Preis gewinnen

Zu den Favoriten des diesjährigen Sacharow-Friedenspreises gehört der Erzbischof von Mossul im Irak. Falls er die Auszeichnung erhält, will Erzbischof Michael Najib Moussa das Preisgeld Opfern des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) geben.

Bisher gibt es sechs Nominierte für den Preis. Wie die Pressestelle der Europäischen Union mitteilte, sorgte der Erzbischof von Mossul, Michael Najib Moussa, für die Evakuierung von Christen, Syrern und Chaldäern nach Irakisch-Kurdistan, als der Islamische Staat im August 2014 in Mossul eintraf. Auf dieselbe Weise habe der Kirchenmann über 800 historische Manuskripte aus dem 13. bis 19. Jahrhundert gerettet. Diese Manuskripte wurden später digitalisiert und in Frankreich und Italien ausgestellt. Seit 1990 habe Michael Najib Moussa zur Sicherung von insgesamt 8.000 Manuskripten und 35.000 Dokumenten des östlichen Christentums beigetragen. Er selber wolle den Preis den Opfern des Islamischen Staates widmen.

Das Europäische Parlament vergibt jedes Jahr den Sacharow-Preis, um außergewöhnliche Persönlichkeiten und Organisationen auszuzeichnen, die Menschenrechte und Grundfreiheiten verteidigen. Im Jahr 2019 ging der Preis an den uigurischen Wirtschaftswissenschaftler Ilham Tohti, der sich für die Rechte der uigurischen Minderheit Chinas einsetzt.

Zu den weiteren möglichen Preisträgern, die aufgelistet werden, gehört die Opposition in Belarus, die als Favorit des Preises gilt. An wen die Auszeichnung geht, will das EU-Parlament am 22. Oktober verkünden.

(asianews - mg)

23 September 2020, 11:14