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Kardinal Timothy Dolan hielt das Eröffnungsgebet beim Parteitag der US-Republikaner Kardinal Timothy Dolan hielt das Eröffnungsgebet beim Parteitag der US-Republikaner   (AFP or licensors)

USA: Kardinal eröffnete Republikaner-Parteitag mit Gebet

Der New Yorker Erzbischof, Kardinal Timothy Dolan, bat um Segen für die Kandidaten beider Parteien und betete für die Demokratie sowie um Weisheit für die Wählerschaft. Dolan hielt das Eröffnungsgebet beim Parteitag der US-Republikaner zur Nominierung von Amtsinhaber Donald Trump für die anstehende Präsidentschaftswahl.

Die Worte des Kardinals wurden per Video eingespielt. Mit der Freiheitsstatue im Hintergrund rief Dolan auch zum Gebet für jene Menschen auf, die unter Covid-19 leiden und gedachte all jener, die sich an vorderster Front „um sie und uns alle kümmern". Ausdrücklich forderte der Kardinal zum Gebet für den Schutz jeden Lebens auf. Er ermutigte zudem zu Gebeten für ungeborene Kinder, Kranke und Alte, Einwanderer aber auch Soldaten, die in „angespannten Weltsituationen" im Einsatz seien. „Beten wir für diejenigen, deren Leben in aller Welt durch religiöse Verfolgung oder durch Seuche, Hunger, Drogen, Menschenhandel oder Krieg bedroht ist“, so der Kardinal.

Gebet ja – Unterstützung von Kandidaten: Nein

Dolan stand zuletzt mehrfach wegen einer Nähe zu Präsident Trump in der Kritik prominenter Katholiken. „Meine Zustimmung zum Gebet bedeutet nicht, dass ich einen Kandidaten, eine Partei oder ein Programm unterstütze. Wäre ich eingeladen worden, ein Gebet für den Demokratischen Nationalkonvent anzubieten, hätte ich es mit Freuden angenommen, so wie ich es auch 2012 getan habe", kommentierte der Kardinal schon in der vergangenen Woche gegenüber dem „National Catholic Reporter" (NCR) seine aktuelle Einladung zum Republikaner-Konvent.

Als Priester sei es „eine meiner heiligsten Pflichten", zu versuchen, positiv zu reagieren, wenn er zum Beten eingeladen werde, so der Kardinal. 2012 hatte Dolan, der zu diesem Zeitpunkt auch Vorsitzender katholischen US-Bischofskonferenz war, sowohl beim Parteikongress der Republikaner als auch bei den Demokraten mit den Delegierten gebetet.

Hochrangige Geistliche verschiedener Religionen treten immer wieder bei US-Parteitagen öffentlich auf. Beim letztwöchigen Nominierungsparteitag für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden sprachen u.a. der bekannte Jesuit James Martin und die Ordensfrau Simone Campbell, Geschäftsführerin von „Network", einer katholischen Organisation für soziale Gerechtigkeit, Segens- und Bittgebete.

(kna/kap – sst)

25 August 2020, 11:42