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Zerstörungen in Beirut nach den Explosionen vom Dienstag Zerstörungen in Beirut nach den Explosionen vom Dienstag  (AFP or licensors)

Libanons Kardinal Rai: „Beirut, Szene des Krieges ohne Krieg"

Beirut ist eine verwüstete Stadt: das schreibt der maronitische Patriarch Kardinal Béchara Pierre Raï in einer Stellungnahme am Tag nach den verheerenden Explosionen in der libanesischen Hauptstadt. Wörtlich sprach der Patriarch von „einer Szene des Krieges ohne Krieg".

Zerstörung und Verwüstung sei in allen Straßen, Vierteln und Häusern Beiruts, so Kardinal Raï: „Dutzende von Bürgern haben ihr Leben verloren; Tausende sind verwundet; Krankenhäuser, Kirchen, Wohnungen, Institutionen, Hotels, Geschäfte, öffentliche und private Gebäude wurden zerstört. Hunderte von Familien sind obdachlos geworden". Der Patriarch verwies auch auf die tiefe gesellschaftliche Krise des Landes in den vergangenen Monaten, „eine Situation des wirtschaftlichen und finanziellen Bankrotts, die den Libanon unfähig macht, sich dieser menschlichen und urbanen Katastrophe zu stellen.” Das libanesische Volk habe schon vor dem gewaltigen Unglück im Hafen von Beirut „in einem Zustand von Armut und Elend" gelebt.

Der maronitische Patriarch dankte „allen Staaten, die sich bereit erklärt haben, Beirut zu helfen" und wandte sich an andere befreundete Länder sowie an die Vereinten Nationen, um die für die Rettung der Stadt Beirut notwendige Soforthilfe zu mobilisieren. Diese humanitäre Hilfe dürfe keine politischen Erwägungen berücksichtigen, schrieb der Kardinal, „denn was geschehen ist, geht hinaus über Politik und Konflikte". Raï schlug vor, einen von der UNO kontrollierten Fonds zur Verwaltung der Hilfsgelder einzurichten.

„Wir brauchen Hilfe, um wieder aufstehen zu können“

In den vergangenen Jahren habe der Libanon politische, wirtschaftliche, finanzielle und sicherheitspolitische Katastrophen erlitten. „Wir brauchen Hilfe, um wieder aufstehen zu können”, bat der maronitische Patriarch in seinem Appell an die Staaten und Individuen: „Ich weiß, wie sehr Sie sich wünschen, dass der Libanon seine historische Rolle im Dienst der Menschlichkeit, der Demokratie und des Friedens im Nahen Osten und in der Welt wiedererlangt".

(sir/vatican news - gs)

05 August 2020, 14:28