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Feier in orthodoxer Kirche in Moskau Feier in orthodoxer Kirche in Moskau  (ANSA)

Russland: Patriarch Kyrill I. weiht „Kirche des Sieges"

Der orthodoxe Moskauer Patriarch Kyrill I. hat am Sonntag die neue russische Armeekathedrale geweiht. Das riesige Gotteshaus vor den Toren Moskaus ist dem Sieg der sowjetischen Armee über Nazi-Deutschland vor 75 Jahren im Zweiten Weltkrieg gewidmet und wird daher auch „Kirche des Sieges" genannt.

An dem Festgottesdienst nahmen Verteidigungsminister Sergej Schoigu und mehrere 100 Soldaten teil, ohne Mundschutz zu tragen. Die laut Kirchenangaben mehr als 38 Millionen Euro teure Auferstehungskathedrale ist nach den Worten des Patriarchen ein Symbol für die Hinwendung Russlands zum Glauben. Besonders dankte das Kirchenoberhaupt bei der Weihe dem Verteidigungsminister, auf dessen Initiative das Prestigeprojekt zurückgehe, und Präsident Wladimir Putin.

Noch im Frühjahr hatte Putin die Anbringung eines umstrittenen Mosaikporträts von ihm in der orthodoxen Kirche stoppen lassen. Die Kirchenspitze selbst stellte sich gegen ein anderes Mosaik, das Josef Stalin (1878-1953) darstellte. Das Porträt des Diktators soll statt in der Kathedrale nun in einem Museum neben ihr angebracht werden. Metropolit Hilarion, Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, begründete das damit, dass Stalin ein „Verfolger der Kirche" gewesen sei, der Millionen Menschen auf dem Gewissen habe.

Putin und Kyrill I. hatten im September 2018 gemeinsam den Grundstein für die Kathedrale im Freizeitpark Patriot gelegt, den das Verteidigungsministerium betreibt. Die Kirche mit einer fast 100 Meter hohen goldenen Hauptkuppel soll rund 6.000 Menschen Platz bieten. Sie ist damit die drittgrößte Kathedrale Russlands.

(kap– gs)

14 Juni 2020, 14:02