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Eine Demo irakischer Kurden in Bagdad am Freitag Eine Demo irakischer Kurden in Bagdad am Freitag  (AFP or licensors)

Irak: Patriarch will mit christlichen Politikern beraten

Der chaldäische Patriarch, Kardinal Louis Raphael Sako, will bei einem „außerordentlichen Treffen“ mit Repräsentanten christlicher Parteien und Organisationen des Landes über die Zukunft der christlichen Gemeinschaften im Irak beraten.

Dies berichtet die katholische Nachrichtenagentur Fides. Es werde dabei um die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Krisen gehen, durch die die christliche Präsenz im Irak gefährdet ist.

In einer offiziellen Verlautbarung des Patriarchats nannte Kardinal Sako einige vordringliche Themen: Die bevorstehenden Wahlen (einschließlich der mitunter unklaren Besetzung der den Christen vorbehaltenen Sitze), die Veränderung des demografischen Gleichgewichts in der Ninive-Ebene (vor allem durch das Einströmen von Angehörigen der Schabaki-Gemeinschaft) sowie die nach wie vor anhaltende Migrationsbewegung der Christen.

Kardinal Sako
Kardinal Sako

 

Immer noch Diskriminierungen von Christen

Auf der Tagesordnung des Treffens sollte auch das Gesetz zum Personenstatus stehen, da es auf dessen Grundlage im Irak nach wie vor zur Diskriminierung von Christen kommt. Der Kardinal-Patriarch zitierte auch Schulbücher, in denen die religiöse Vielfalt des Irak ausgeklammert wird.

In den kommenden Tagen werden sich die verschiedenen politischen und sozialen Organisationen mit christlichem Hintergrund wohl zum Vorschlag des chaldäisch-katholischen Patriarchen äußern. In der Vergangenheit war es immer wieder zur kontroversen Debatten gekommen, bei denen christlicher Politiker die Initiativen des chaldäischen Patriarchats als Ausdruck von „exzessivem Aktivismus im politischen Bereich“ bezeichneten.

„Exzessiver Aktivismus“

Im vergangenen November wurde zum Beispiel das Treffen des Kardinal-Patriarchen mit den Demonstranten kritisiert, die wochenlang auf der Straße ihre Unzufriedenheit gegen die irakische Regierung und die politischen Institutionen zum Ausdruck brachten. Das Patriarchat wies danach „irreführende Darstellungen“ dieser Begegnung in den Medien zurück.

(pro oriente – sk)
 

21 Juni 2020, 10:20