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Ordensfrauen in Bangladesch wollen  junge Leute und Familien mit psychologischer Hilfe vor Suizid bewahren  - Papst Franziskus besuchte das Land 2017 Ordensfrauen in Bangladesch wollen junge Leute und Familien mit psychologischer Hilfe vor Suizid bewahren - Papst Franziskus besuchte das Land 2017  (AFP or licensors)

Bangladesch: Kirche verstärkt Suizid-Prävention

Im südasiatischen Bangladesch ist die Suizidrate junger Leute in der jüngsten Zeit auf etwa 30 pro Tag gestiegen. Die katholische Kirche des Landes will zusammen mit der Caritas und Ordensfrauen mit spezieller psychologischer Hilfe gegensteuern.

11.000 Menschen nehmen sich laut einer Statistik im Mittel jährlich in Bangladesch das Leben. Das berichtet die Nachrichtenagetur Ucanews (Dienstag) unter Berufung auf Zahlen der Initiative „Anikder Jonno Udyog“. Besonders hoch ist die Zahl der Suizide unter Jugendlichen: Die Polizei schätzt etwa 30 pro Tag.

Hilfe speziell für Kinder und Jugendliche

Die Ursachen seien meist gesellschaftlicher und psychologischer Natur: etwa Liebeskummer und Familienstreitigkeiten, Arbeitslosigkeit, Drogenprobleme oder Kindheitstraumata. Die katholische Kirche hat daher gemeinsam mit der örtlichen Caritas ein psycholgisches Hilfsprogramm speziell für Kinder und Jugendliche gestartet. Das berichtet Schwester Gloria Rozario Lipy, die seit 2010 ein psychologisches Beratungszentrum ihrer Gemeinschaft leitet.

„Psychische Gesundheit eine brennende Frage“

Leider könne auch ihr Einsatz jedoch nicht garantieren, das psychische Heil der verzweifelten jungen Leute immer zu erreichen. Das Problem werde kaum erkannt und oft hätten Betroffene etwa nicht die Zeit, die Kirche oder die Hilfseinrichtungen zu besuchen:

„Weltweit ist die psychische Gesundheit eine brennende Frage, aber in Bangladesch wird das nicht ernst genommen. Daher haben wir oft Probleme, die Leute zu erreichen“, berichtet Schwester Rozario. Viele Kinder und Jugendliche wüssten aber gar nicht, wie sie mit ihren Emotionen umgehen sollten, da es in Familie und Gesellschaft kaum Raum gebe, über Gefühle zu sprechen.

Bereits 3.500 Teilnehmer

Das psychologische Hilfszentrum der Schwestern habe daher an 20 kirchlichen Schulen gemeinsam mit der Erzdiözese Dhaka einen Kurs gestartet, der 9.000 Schülern und ihren Eltern helfen soll, etwas für die psychische Gesundheit zu tun. Bisher erreichte das Programm laut Schwester Rozario 3.500 Leute.

(Vatican News/Ucanews – sst)

 

01 April 2020, 10:39