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Vatican News
Gedenken an Gewaltopfer in Kolumbien Gedenken an Gewaltopfer in Kolumbien  (AFP or licensors)

Kolumbien: Morde gehen weiter

Erneut wurden in dem nordkolumbischen Department Antioquia zwei Sozialistenführer ermordet. Die Kirche hatte bereits Anfang des Jahres mehr Sicherheit für alle Bürger des Landes gefordert.

Arley Aguedo, Ex-Gemeinderat und Chef der Landwirtschaftsorganisationen, war bereits seit einigen Tagen vermisst und schließlich am Wochenende im Ort Campamento tot aufgefunden worden. Das zweite Opfer ist der 49-jährige Politiker Amado Torres. Nach Angaben seiner Eltern seien schwer bewaffnete Männer am vergangenen Samstagmorgen in ihr Haus eingedrungen und hätten Torres getötet.

Bischöfe baten um mehr Schutz

Anlässlich des Besuchs von Präsident Ivan Duque herrschten an dem Wochenende in der Region verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Diese reichten aber nicht aus, um die Mordanschläge zu verhindern. Die Bischöfe Kolumbiens hatten bereits im Januar 2020 um besseren Schutz von Politikern und ehrenamtlich Engagierten in der Region durch die Behörden gebeten. Hintergrund war eine Mordseriean Menschenrechtlern.

In dem südamerikanischen Staat schwelt seit rund fünfzig Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen Regierung und Rebellengruppen. Im Juni 2016 gelang es, ein Friedensabkommen mit der größten Rebellengruppierung FARC zu schließen. Im September vergangenen Jahres kündigte ein Teil der FARC-Rebellen den Waffenstillstand unter Berufung auf unzureichende Armutsbekämpfung und anhaltende Verfolgung ehemaliger FARC-Mitglieder auf.

Kritik an der Regierung

Die Regierung von Präsident Ivan Duque steht zudem bei zivilgesellschaftlichen und oppositionellen Gruppen in der Kritik. Sie kritisieren neben dem mangelnden Schutz von Menschenrechtlern und Aktivisten und der schleppenden Umsetzung des Friedensprozesses mit der ehemaligen FARC-Guerilla grundsätzlich die Sozialpolitik des als konservativ geltenden Politikers.

Laut dem Kolumbianischen Institut für Entwicklungsstudien und Frieden (INDEPAZ) wurden seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen Kolumbiens Regierung und den FARC-Rebellen im Juni 2016 bis Ende Februar dieses Jahres bereits 817 Sozialisten und Menschenrechtsaktivisten in dem Südamerikanischen Staat ermordet.

Kirche will nationale Versöhnung fördern

Die kolumbianische Bischofskonferenz hat vor Hintergrund der Spannungen Bereitschaft zur Vermittlung im nationalen Dialog gezeigt und dazu aufgerufen, eine Zukunftsvision für Kolumbien auf Grundlage von Gerechtigkeit, Gemeinwohl und Versöhnung zu entwickeln.

(fides - mt)

04 März 2020, 13:30