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Heiliges Land: 800 Jahre Mission und Dialog online aufbereitet

Über 1.000 Bände aus der Generalbibliothek der Franziskaner-Kustodie sollen bald online zugänglich sein. Sie umfassen 800 Jahre Geschichte, Religion und Kunst im Heiligen Land. Das Angebot kann dem Dialog von Christentum, Islam und Judentum dienen, den der Bestand auch historisch belegt.

Wettlauf gegen den Verfall

800 Jahre Geschichte, Religion und Kunst im Heiligen Land, enthalten in über 1.000 Handschriften und Bänden in 18 Sprachen, bislang verborgen im Inneren einer Jerusalemer Bibliothek: Diesen Kulturschatz wollen die Franziskaner im Heiligen Land jetzt online zugänglich machen, und zwar mit Hilfe von 250.000 digitalen Bildern. Die Kustodie will damit dem Verfall vor allem der Handschriften aus dem zwölften bis 18. Jahrhundert zuvorkommen, die in der Bibliothek zu finden sind. Berühmtestes Werk: eine Choral-Trilogie des Königs Heinrich IV. von England, die im Original sechs Bände umfasste.

Dialog der Religionen

Der Direktor der Generalbibliothek der Kustodie, Pater Lionel Goh, erklärt gegenüber Asianews die Bedeutung des Schrittes. Viele der „weltweit einmaligen“ handgeschriebenen Werke seien von den ersten Franziskanern im Heiligen Land verwendet worden. Bei der Bewahrung der teils uralten Bände gehe es nicht allein um deren Inhalt. Auch für den Dialog zwischen Christen, Muslimen und Juden sei ihre Konservierung und digitale Aufbereitung heute bedeutsam. So ließen sich in der Bandbreite der Dokumente und Bücher Beziehungen zwischen den Religionen im Heiligen Land rekonstruieren: Trotz religiöser und politischer Konflikte bezeugten die Bände einen „Dialog in Wissenschaft, Bildung und Medizin“ und „eine Brücke zwischen Völkern und Kulturen“, so der Franziskaner.

Schriften in 18 Sprachen

Vielfältig ist dieser Schatz in Thematik und Form: er enthält neben Geschichtsbüchern und theologischen Schriften auch religiöse Gedichte und Berichte von Pilgern und Reisenden. In 18 Sprachen sind die Schriften verfasst, darunter Arabisch, Äthiopisch, Armenisch, Türkisch, Koptisch, Griechisch und Latein, Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch.


(asianews – pr)

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14. März 2020, 13:10