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Jemen: Fünf Jahre Krieg mit schrecklichen Folgen für Kinder

Fünf Jahre Krieg haben verheerende Auswirkungen auf das Leben einer ganzen Generation von Kindern. Daran erinnert die Hilfsorganisation Save the Children in einer aktuellen Aussendung. Im März 2015 schlug der seit 2014 andauernde Konflikt zwischen Rebellen und Regierung in einen Stellvertreterkrieg um, an dem neben Saudi-Arabien und Iran auch verschiedene westliche Nationen ihren Anteil haben.

Der Mitteilung nach sind in dem Konflikt in dem bitterarmen Staat seit Dezember 2017 bereits 2.047 Kinder getötet oder verletzt worden, während mehr als 10 Millionen durch Lebensmittelknappheit bedroht sind – 2,1 Millionen von ihnen sind laut dem Bericht bereits jetzt schwer unterernährt, ganz zu schweigen von den psychischen Folgen, die das Leben in ständiger Bedrohung durch Gewalt mit sich bringt. Mehr als die Hälfte der im Rahmen des Reports befragten 1250 Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren gab an, sich „sehr traurig und depressiv“ zu fühlen – für einen von zehn ist diese Situation „permanent“.

Gewalt, Hunger, Depression

Eine humanitäre Notlage, auf die Hilfsorganisationen, die Vereinten Nationen und Kirchenvertreter bereits seit geraumer Zeit hinweisen, und die nun durch das Auftreten des neuartigen Coronavirus noch einmal deutlich verschärft werden könnte. Diese Warnung kommt vom Apostolischen Vikar in Südarabien, Bischof Paul Hinder, zu dessen Wirkungsgebiet auch Jemen zählt.

Gegenüber dem Nachrichtenportal Asianews unterstreicht er, dass „in dieser Weltgegend die Gesundheitseinrichtungen fehlen, um auf eine Notlage zu antworten, wie sie durch die Pandemie Covid-19 ausgelöst wird“. Und das alles in einer Umgebung, „in der man noch keine Perspektive auf Frieden hat.“

„Mangel an gesundheitlichen Einrichtungen, um Corona-Folgen in den Griff zu bekommen“

Zusätzliche Gefahr durch Corona

Bischof Hinder, der bereits im Oman und in den Arabischen Emiraten die Folgen einer Verbreitung des Coronavirus beobachten konnte, gibt zu bedenken, dass die Bevölkerung im Jemen zwar „relativ jung“ sei und deshalb im Gegensatz zu Europa, wo das Durchschnittsalter höher liege, ein vermindertes Ansteckungsrisiko bestehe. Doch das Problem sei, dass „es keine Strukturen gibt, die in der Lage sind, die Folgen des Virus in den Griff zu bekommen.“ Zudem sei es schwierig, an verlässliche Nachrichten aus den Krisengebieten zu kommen.

Seine Hoffnung sei es nun, dass die veränderte Situation den verschiedenen Kriegsparteien die Entschuldigung biete, einzulenken und „einen Weg der Zusammenarbeit einzuschlagen.“

(pm/asianews - cs)

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25. März 2020, 14:11