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Das Malteserkrankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem hilft Müttern und Babies - unabhängig von Herkunft und Religion Das Malteserkrankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem hilft Müttern und Babies - unabhängig von Herkunft und Religion 

Heiliges Land: Malteserspital in Bethlehem hofft auf Hilfe

Das Corona-Virus macht auch vor der Geburtsstadt Jesu nicht halt. Seit dem 5. März ist Bethlehem - und die Umgebung - aufgrund der Pandemie im Shutdown und isoliert. Die Situation stellt auch das Malteserkrankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem vor neue Herausforderungen.

Stefanie Stahlhofen und Linda Bordoni – Vatikanstadt

Die Klinik kümmert sich – mitten im Westjordanland - um Mütter und Neugeborene, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Zahlungsfähigkeit. Für viele Notleidende und Arme ist das Spital die einzige Rettung. Seit 1989 ist, auf Wunsch des damaligen Papstes Johannes Paul II., der Malteserorden für das Krankenhaus in Bethlehem verantwortlich. Laut Ordensangaben ist es die größte geburtshilfliche und gynäkologische Klinik der Region. Und aktuell ist auch sie aufgrund der Corona-Pandemie in einer erschwerten Lage:

Kein Zugang nach Jerusalem

„Aus dem Süden kann keiner mehr kommen. Viele Familien aus dem Süden, oder Hebron, kommen nicht. Aber nicht nur Bethlehem ist abgeschottet, sondern jeder Ort in der Nachbarschaft. Die Palästinische Gesundheitsministerin Mai Kaileh ist eine hervorragende Ärztin und macht einen großartigen Job, um humanitäre Korridore sicherzustellen. Das Problem ist aber, dass es keinen Zugang nach Jerusalem gibt. Und die Arbeiter, die eine Erlaubnis haben, jenseits der Westbank zu arbeiten, können sich nicht frei bewegen“, berichtet Michele Burke Bowe, Präsidentin der Stiftung „Holy Family Hospital of Bethlehem“, die das Malteserkrankenhaus in Bethlehem unterstützt, im Gespräch mit Radio Vatikan.

Zum Nachhören

Das Krankenhaus sei extrem gut ausgebildet und ausgestattet, aber „wir können alles für Kranke und Frühgeborene tun, außer Operationen. Wir sind kein chirurgisches Krankenhaus und haben im Moment nicht die Möglichkeit, ein Baby zur Operation nach Jerusalem zu verlegen. Ich hoffe, dass die Regierungskanäle eine Lösung erarbeiten, aber die Realität ist: Die Neugeborenen sind so zerbrechlich, wenn sie eine Operation brauchen, muss sie normalerweise am gleichen Tag erfolgen. Das könnte nun schwierig werden. Daher beten wir, dass die Fälle nicht so kompliziert werden.“

„Wir beten, dass die Fälle nicht so kompliziert werden“

Mit Sorge sieht Burke Bowe auch die finanziellen Einbußen aufgrund des Shutdowns in der sowieso schon prekären Situation der Menschen in der Westbank:

„Ich schätze, dass nur noch vielleicht zehn Prozent der Bevölkerung ein Gehalt beziehen können. Wie auch im Rest der Welt ist alles zu, aber das ist in einem besetzten Land eben noch etwas schlimmer, wo dann die Preise steigen, die ohnehin schon sehr hoch sind, da die palästinensische Wirtschaft den israelischen Shekel nutzt...“

Finanziell wird es auch für das Krankenhaus nun eng...

Die finanziellen Auswirkungen des Corona-Shutdowns treffen auch das Malteserkrankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem, erklärt Michele Burke Bowe:

„Normalerweise bitten wir die Patienten des Holy Family Hospitals, sofern es ihnen möglich ist, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen. Den Rest zahlen die Stiftungen und Vereinigungen des Malteserordens sowie großzügige Spender auf der ganzen Welt. Wenn die Patienten arm sind, und sich die Behandlung nicht leisten können, wird sie komplett übernommen. Aktuell sehen wir, dass nur noch etwa 30 Prozent der Patienten überhaupt etwas beisteuern können und das wird schwere Konsequenzen für unser Krankenhaus haben, das ja auch das Personal und die Stromrechnung bezahlen und Vorräte kaufen muss.“

Besondere Sorge um Gaza

Besonders besorgt zeigt sich die Präsidentin der Stiftung „Holy Family Hospital of Bethlehem“ mit Blick auf die Lage im Gazastreifen. Dort wurden laut Medienberichten zwei Palästinenser positiv auf Corona getestet.

„Wir beten wirklich für Gaza, weil die Menschen dort in so engen Grenzen leben. Die Flüchtlingslager dort sind wirklich überfüllt und sie haben einfach nicht die Infrastruktur, um sich um diese zu kümmern. Und in Bethlehem ist es ähnlich, dort gibt es drei Flüchtlingscamps, in denen die Leute in sehr, sehr engen Grenzen leben. Ich denke, eine Ausbreitung des Virus dort wäre einfach unhaltbar.“

Michele Burke Bowe ist nicht nur Präsidentin der Krankenhaus-Stiftung, sondern auch Botschafterin des Malteserordens für Palästina. Der Orden unterhält zu mehr als 100 Staaten diplomatische Beziehungen, um seine humanitäre Mission zu fördern; in Palästina laufen diese auf Botschafterebene, bei Israel sieht es anders aus:

„Der Malteserorden und der israelische Staat unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen. Wir würden uns das wünschen, aber so weit ist es noch nicht. Ich weiß, dass die palästinensischen Gesundheitsbehörden mit den israelischen Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten und schauen, was sie tun können. Aber wie die Leute in Palästina leben, steht in keinem Vergleich zu Israel. …Ich möchte gerne um Gebete bitten. Jeder betet für einander, aber ich erbitte spezielle Gebete für das heilige Land. Es ist so ein gesegneter Ort, aber das Leben hier ist so schwierig, und besonders in der aktuellen Lage. Bitte betet für unser Krankenhaus, die Ärzte und Ärztinnen, Krankenschwestern und Hebammen.“

„Bitte betet für unser Krankenhaus, die Ärzte und Ärztinnen, Krankenschwestern, Hebammen....“

Auch Spenden würden dringend benötigt, um den Krankenhausbetrieb aufrecht zu erhalten, so Michele Burke Bowe von der Stiftung „Holy Family Hospital of Bethlehem“, die das Malteserkrankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem unterstützt.

(vatican news/diverse - sst)

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23. März 2020, 12:40