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Flüchtlinge in Griechenland Flüchtlinge in Griechenland  (AFP or licensors)

Corona: Flüchtlingslager umgehend evakuieren

Zur umgehenden Evakuierung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln ruft Caritas Europa gemeinsam mit insgesamt 200 Kirchen und zivilgesellschaftlichen Organisationen auf. Der gemeinsame Appell angesichts der verschärften Lage in der Corona-Pandemie ging diese Woche an die EU-Institutionen und die griechische Regierung.

Die überfüllten Lager auf den griechischen Inseln zu leeren und die Flüchtlinge auf EU-Staaten zu verteilen, ist keine neue Forderung von Seiten der Kirchen und Caritas. Die verschärfte Lage in der Corona-Pandemie mache ein Handeln jedoch umso dringlicher, „um Migranten, die Lokalbevölkerung und humanitäre Helfer zu schützen“, heißt es in der Erklärung. Caritas Europa veröffentlichte sie in diesen Tagen im Internet.

Eine Waschstelle für 1.300 Menschen

Mehr als 42.000 Menschen säßen auf den griechischen Inseln unter „entsetzlichen Bedigungen“ fest: „Empfohlene Maßnahmen wie soziale Distanz oder häufiges Händewaschen sind in einem Flüchtlingscamp wie etwa Moria oder auf Lesbos schlichtweg unmöglich – laut Ärzte ohne Grenzen gibt es dort nur eine Wasserleitung für 1.300 Menschen.“

Deshalb ruft Caritas Europa die EU-Mitgliedsstaaten dazu auf, „Führungsstärke und Solidarität mit der griechischen Regierung zu zeigen und Flüchtlinge von den griechischen Inseln zu verlegen.“ Zuerst sollten unbegleitete Kinder und die verletzlichsten Flüchtlinge verlegt werden, heißt es in der Erklärung. Danach sollten alle anderen Flüchtlinge evakuiert werden: „Am Ende sollte niemand in solch unwürdigen Bedingungen auf den griechischen Inseln gelassen werden.“

Die griechische Regierung ruft die kirchliche EU-Hilfsorganisation dazu auf, Flüchtlingen wieder die Möglichkeit zu geben, Asyl zu beantragen. Diese Option war seit Anfang März ausgesetzt worden. „Das Menschenrecht darauf, Asyl zu erbitten, muss respektiert werden und es braucht Zugang zu fairen und effizienten Prozeduren“, erinnert Caritas Europa in der Erklärung. Zugleich müssten die illegale Rückführung und Unterdrückung von Hilfegesuchen aufhören.

Einige unbegleitete Minderjährige könnten Aufnahme finden

Einige EU-Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, Finnland und Kroatien, hatten sich einige Tage vor Lancierung des Caritas-Appells dazu bereiterklärt, mindestens 1.600 unbegleitete Minderjährige aus den griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Zudem will die EU ein Programm zur freiwilligen Rückkehr von Migranten aus den Insel-Lagern starten. Dieses sieht Geldzahlungen an Flüchtlinge vor, die zur Heimkehr bereit sind.

(pm/vatican news – pr)

27 März 2020, 10:07