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Trump, der israelische Ministerpräsident Netanjahu und der 180-Seiten-Friedens-Deal Trump, der israelische Ministerpräsident Netanjahu und der 180-Seiten-Friedens-Deal  (AFP or licensors)

USA: Bischöfe kritisieren Trumps Nahost-Plan

Auch die US-Bischöfe äußern starke Vorbehalte gegen den Friedens-Deal, den Präsident Donald Trump Ende Januar für den Nahen Osten vorgeschlagen hat. Trump will Jerusalem zur ungeteilten Hauptstadt Israels machen und alle israelischen Siedlungen, die seit 1967 im Westjordanland entstanden sind, anerkennen – was ein zusammenhängendes palästinensisches Staatsgebilde unmöglich machen würde.

Schon die Kirchenführer von Jerusalem, die katholischen Kirchenvertreter des Heiligen Landes und der chaldäische Patriarch des Irak haben Trumps vermeintlichen Deal als einseitig und als Verstoß gegen das Völkerrecht gebrandmarkt. Jetzt äußert sich Bischof David Malloy, der in der US-Bischofskonferenz für den Bereich Gerechtigkeit und Frieden zuständig ist, in einem Brief an US-Außenminister Mike Pompeo.

Der Brief erinnert daran, dass ein Friedensplan für den Nahen Osten nicht von einigen Fixpunkten absehen dürfe. Dazu gehöre vor allem, dass nur Israel und Palästina dazu legitimiert seien, eine Lösung für ihren Konflikt auszuhandeln. Zu direkten Verhandlungen zwischen beiden Partnern – wenn auch mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft – gebe es also keine Alternative.

Bischöfe erinnern USA an seine frühere Rolle als ehrlicher Makler

Bischof Malloy erinnert daran, dass Israel und Palästina sich gegenseitig als legitime Staaten anerkennen und „konkrete Schritte der Zusammenarbeit“ gehen müssten, bevor an ein Friedensabkommen zu denken sei. Den USA weist der Bischof bei diesem nahöstlichen Prozess lediglich eine helfende Rolle zu.

All die bisher genannten Bedingungen aber fänden sich, so der Bischof, in Trumps Deal nicht wieder. Malloys Brief vermeidet allerdings den Hinweis, dass Teile von Trumps Plan gegen das Völkerrecht verstoßen.

(vatican news – sk)
 

06 Februar 2020, 11:06