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UNO-Generalsekretär Antonio Guterres nahm an der Weltklimakonferenz COP 25 in Madrid teil UNO-Generalsekretär Antonio Guterres nahm an der Weltklimakonferenz COP 25 in Madrid teil   (AFP or licensors)

UNO-Generalsekretär würdigt Papst Franziskus

Die Vereinten Nationen hoffen auf eine engere Zusammenarbeit mit dem Vatikan. Das hat UNO-Generalsekretär Antonio Guterres jetzt in einem Interview angedeutet. Der Papst sei hinsichtlich vieler globaler Probleme wie der Klimakrise und Weltarmut eine „starke Stimme“, so Guterres in einem Interview. Er will den Papst bald im Vatikan treffen.

„Ich wollte den Papst treffen, um ihm meine Wertschätzung für seine Arbeit auszudrücken. Er ist eine starke Stimme zur Klimakrise, zu Armut und Ungleichheit, zu Multilateralismus, zum Schutz von Flüchtlingen und Migranten, zur Abrüstung und zu vielen anderen wichtigen Fragen“, sagte der UNO-Generalsekretär jetzt in einem Interview in New York. Das Gespräch wurde in Zusammenarbeit mit der italienischen Zeitung „La Stampa“ realisiert.

Hoffnung auf stärkere Zusammenarbeit

Franziskus trage zur Verwirklichung vieler Ziele der Vereinten Nationen bei, unterstrich Guterres. Dazu gehörten der Einsatz für nachhaltige Entwicklung und der Kampf gegen den Klimawandel sowie die Förderung einer Kultur des Friedens. Er hoffe auf eine noch stärkere Zusammenarbeit mit dem Vatikan, so der UNO-Generalsekretär. Es gehe darum, „Brücken zu bauen, um mehr Ergebnisse zu erzielen für diejenigen Menschen, die dies am meisten brauchen“, formulierte er.

Bei seinem Besuch im Vatikan wolle er mit dem Papst unter anderem über Religionsfreiheit sprechen, kündigte Guterres an. Tief besorgt zeigte er sich über den Anstieg von Intoleranz und die jüngsten Anschläge auf einzelne Menschen und Glaubensgemeinschaften vor dem Hintergrund religiöser Überzeugungen wie etwa die Anschläge auf Kirchen in Sri Lanka vergangene Ostern. Angesichts dieser Entwicklungen sei ein Einsatz für die Menschenrechte weltweit, darunter die Religionsfreiheit, dringend geboten.

Dialog-Dokument von Abu Dhabi

„Verschiedenheit ist ein Reichtum, keine Bedrohung“, so Guterres, der auf Initiativen der Vereinten Nationen zum Schutz der Religionsfreiheit verwies. Das neue Dialog-Dokument von Abu Dhabi, das der Papst und der Großscheich der Kairoer Al Azhar-Universität Al Tayyeb unterzeichneten, sei „ein extrem wichtiger Beitrag für das friedliche Zusammenleben, den gegenseitigen Respekt und das Verständnis der verschiedenen religiösen Gemeinschaften in der Welt“, würdigte er den Vorstoß vom Februar 2019. In dem Dokument zur Geschwisterlichkeit aller Menschen verpflichten sich der Vatikan und die höchste Lehrautorität des sunnitischen Weltislam zum gemeinsamen Einsatz für Frieden, Dialog und den aktiven Einsatz für eine Verständigung zwischen Islam und Christentum. Bildung sei für die Abwehr von Hass und Ideologien wesentlich, erinnerte Guterres, der eine UNO-Konferenz zum Thema ankündigte.

Nach COP 25: Einsatz aller Länder 

Über die Ergebnisse der Weltklimakonferenz von Madrid äußerte sich Guterres in dem Interview enttäuscht, er zeigte sich jedoch zugleich kämpferisch: „Im nächsten Jahr müssen wir das liefern, was die Wissenschaft als ,must‘ definiert hat, als Pflicht: Alle Länder müssen sich dafür einsetzen, bis 2030 die Gasemissionen, die zum Treibhauseffekt führen, um 45 Prozent im Vergleich zu den Niveaus von 2010 zu reduzieren. Um dann bis 2050 zu einer völligen Reduktion der CO2-Emissionen bis zum Null-Niveau zu gelangen.“

(vatican news/la stampa – pr)

 

16 Dezember 2019, 14:37