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Palästinensische Christen bei einer Weihnachtsfeier in Gaza Palästinensische Christen bei einer Weihnachtsfeier in Gaza  (AFP or licensors)

Israel erleichtert palästinensischen Christen Weihnachtsbesuche

Israel will Christen aus dem Gazastreifen den Besuch von Weihnachtsfeierlichkeiten in Jordanien erleichtern. Wie die israelische Koordinationsstelle für Regierungsaktivitäten in den besetzten Gebieten (COGAT) am Montag auf Anfrage der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte, soll es entsprechende Ausreisegenehmigungen für Gazachristen geben.

Eine konkrete Anzahl der Ausreisegenehmigungen für Gazachristen gab die Behörde nicht bekannt. 600 Christen aus dem Westjordanland soll zudem im Zeitraum zwischen dem 30. Dezember und dem 20. Januar die sonst nicht mögliche Ausreise über den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv gestattet werden. 

Die Maßnahmen seien Teil der Bemühungen, „Religions- und Kultfreiheit voranzubringen und umzusetzen und der Bevölkerung die Teilnahme an den üblichen Feiern der Saison zu ermöglichen“, so COGAT. Alle Genehmigungen unterlägen allerdings der Sicherheitsüberprüfung.

Einreisegenehmigungen für Christen aus arabischen Ländern

Zu den beschlossenen Maßnahmen zählen demnach auch 400 Einreisegenehmigungen für Christen aus arabischen Ländern, die ihre Familien im Westjordanland besuchen wollen. Erhöht werden soll die Zahl der Genehmigungen für Kirchenmitarbeiter. Palästinensisch-christliche Geistliche sollen ferner den Bezeq-Checkpoint im Jordantal zum Besuch christlicher Stätten in Galiläa überqueren dürfen.

Christen waren nicht in den Gazastreifen zurückgekehrt

Keine Angaben machte die Behörde dazu, ob palästinensischen Christen wie in den Vorjahren der Besuch von Verwandten im Gazastreifen erlaubt wird und ob Christen aus Gaza nach Ostjerusalem und in das Westjordanland reisen dürfen. Zuletzt hatte Israel die Ausreisebedingungen für Christen aus Gaza zu christlichen Feiertagen verschärft, nachdem mehrere Christen nach Ablauf der Genehmigungen nicht in den Gazastreifen zurückgekehrt waren. Nach scharfer Kritik von leitenden Kirchenvertretern hatten die israelischen Behörden 300 Christen aus Gaza zu Ostern kurzfristig die Einreise ins Westjordanland und nach Jerusalem gestattet.

Bisher noch keine Ausreisegenehmigungen

Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt habe die Gemeinde noch keine Ausreisegenehmigungen für ihre Gläubigen beantragen können, sagte der katholische Pfarrer von Gaza, Gabriel Romanelli, am Montag der KNA. Die Abgabe der entsprechenden Anträge bedarf demnach der Zustimmung Israels, die bisher nicht vorliege, so der Geistliche.

Laut Romanelli leben derzeit 117 katholische Christen in Gaza. Die Gesamtzahl der Christen einschließlich der mehrheitlich griechisch-orthodoxen Christen ist nach Schätzungen des Lateinischen Patriarchats auf unter 800 Gläubige gesunken.

(kap/kna – tr)

09 Dezember 2019, 15:44