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Vatican News
Freitagsgebet in der Istiqlal Moschee, Jakarta, Indonesien Freitagsgebet in der Istiqlal Moschee, Jakarta, Indonesien  (ANSA)

Indonesien: Training soll islamistische Prediger zähmen

Indonesiens Ulema-Rat hat ein neues Trainingsprogramm für muslimische Prediger vorgestellt. Der höchste Rat muslimischer Gelehrter in Indonesien will dadurch moderate Formen des Islams fördern und gegen Extremismus und Hassrede vorgehen, berichtete das asiatische Nachrichtenportal UCA News am Donnerstag.

Indonesien ist der Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit. Der wachsende Extremismus im Land beunruhigt die meisten Menschen in Indonesien, die sich für einen moderaten und friedlichen Islam einsetzen. In 41 von 100 Moscheen hätten Prediger bei Freitagsgebeten radikale Ansichten verbreitet, so eine Studie aus dem Jahr 2017. Organisationen wie die „Front der Islam-Verteidiger“ bedrohen religiöse Minderheiten und unterstützen die Errichtung eines Kalifats in Indonesien.

„weder extrem rechts noch extrem links“

Laut dem Voritzenden des Ulema-Rates, Muhammad Cholil Nafis, habe der Rat muslimische Prediger darum gebeten, sich darüber einig zu werden, wie sie predigen sollen. Der Ulema-Rat werde diese später als sogenannte Da’i, als muslimische Lehrer, empfehlen.

So wolle der Rat das Konzept eines gemäßigten Islams fördern, den schon der Prophet Mohammed gelehrt habe. „Islamische Lehren sollen weder extrem rechts noch extrem linksgerichtet sein“, sagte Muhammad Cholil Nafis.

Training soll nationale Einheit fördern

Das Training solle zudem sicherstellen, dass islamische Werte mit der indonesischen Konstitution zusammen passen. Deren Staatsdoktrin „Pancasila“ besteht aus den fünf Prinzipien nationale Einheit, Humanismus/Internationalismus, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Glaube an einen Gott. Die Predigtmethoden werden „sowohl den islamischen Glauben stärken als auch ein vereintes Indonesien fördern“, versprach der Vorstand des Ulema-Rates.

In Indonesien leben circa 360 verschiedene Bevölkerungsgruppen. Aus der ethnischen Vielfalt eine gemeinsame Nation zu schaffen, gilt nach wie vor als Herausforderung.

(uca news – isc)

21 November 2019, 13:28