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Die Regierung hatte unter anderem angekündigt, Anrufe via WhatsApp besteuern zu wollen Die Regierung hatte unter anderem angekündigt, Anrufe via WhatsApp besteuern zu wollen  (AFP or licensors)

Libanon: Menschenkette für Demokratie

Der libanesische Kardinal Beshara Boutros Raï hatte in seiner Predigt am Sonntag in Bkerké die ethische Dimension der Krise des Libanon betont. Der maronitische Patriarch warnte vor der ernsthaften totalitären Tendenz, die die libanesische Demokratie bedrohe. Zwischenzeitlich haben sich die Bürger zu Demonstrationen auf die Straße begeben.

Am Sonntag bildeten Tausende von Libanesen eine 170 km lange Menschenkette durch das Land – unterbrochen nur in den Sektoren mit schiitischer Bevölkerungsmehrheit. Zudem verwandelten hunderte von Autofahrern am Sonntagabend die Autobahn Antelias in einen riesigen Parkplatz. Die Aktionen waren gedacht als friedliche Solidaritätsbekundung mit den regierungsfeindlichen Protesten, die seit dem 17. Oktober das Land bewegen. Der maronitische Patriarch mahnte die Regierung, auf die Forderungen des Volkes zu hören und friedliche und zivile Demonstrationen nicht zu missachten. Raï betonte: „Wir sind ein demokratisches Land, keine Diktatur“.

Abschließend lud der maronitische Patriarch alle Demonstranten ein, jeden Tag um 17:30 Uhr mit ihm den Rosenkranz zu beten, um „dem Libanon den Winter eines zerstörerischen arabischen Frühlings zu ersparen“.

(diverse - ck)

28 Oktober 2019, 14:01