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Die Amazonas-Region: für die Gegenwart und Zukunft unseres Planeten von großer Bedeutung Die Amazonas-Region: für die Gegenwart und Zukunft unseres Planeten von großer Bedeutung  (AFP or licensors)

„Amazonien: Gemeinsames Haus“ - Rom bereitet sich auf Synode vor

Die Amazonas-Synode rückt näher. Und schon jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Mehr als 130 Events werden das Bischofstreffen begleiten, das Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen in den Blick nehmen will.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

„Amazonien: Gemeinsames Haus“ lautet der Titel der Veranstaltungsreihe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, „den Amazonas nach Rom zu bringen“. Begegnungen mit indigenen Völkern, Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen sollen Gläubigen und Interessierten die Realität und den spirituellen Reichtum dieser Region nahe bringen, die für die Gegenwart und Zukunft unseres Planeten von so großer Bedeutung ist.

Es gehe also darum, „Gebet, Interesse, und Solidarität zu vertiefen“, erklärt Pater Michael Czerny, designierter Kardinal und Sondersekretär der Synode bei der Vorstellung der Veranstaltungen. Man wolle „den Menschen hier in Rom die einzelnen Schritte der Synode nahebringen, damit sie die Herausforderungen und Hoffnungen dieser Völker besser verstehen können.“

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Das „Zelt des Amazonas“

Am 5. Oktober wird die Veranstaltungsreihe mit einer Gebetswache in der Kirche „Santa Maria in Transpontina“ offiziell eingeläutet. In dieser Kirche in der Via della Conciliazione, nur einen Katzensprung vom Vatikan entfernt, werden die meisten Events stattfinden. Und hier wird auch das „Zelt des Amazonas“ symbolisch aufgestellt werden: ein „Raum des Zuhörens, Begleitens, Gemeinsam-Gehens“, wie es Antonio Soffientini, Comboni-Missionar und Exekutiv-Sekretär von „Amazonien: Gemeinsames Haus“, bei der Vorstellung der Veranstaltungsreihe am Sitz von Radio Vatikan auf den Punkt brachte.

Pater Ramin, „Märtyrer der Nächstenliebe“

„Es wird eine Begegnung geben, die Pater Ramin gewidmet ist", erläuterte Pater Soffientini weiter. Der italienische Comboni-Missionar, den Johannes Paul II. als „Missionar der Nächstenliebe“ bezeichnete, wurde 1985 ermordet, als er sich für die Rechte der landlosen Bauern in der Diözese Cacoal im brasilianischen Bundesstaat Rondônia einsetzte. Und so soll das Schicksal dieses Paters auch das Märtyrertum der Region in den Fokus stellen: „In der Kirche Santa Maria in Transpontina wird eine Kapelle eingerichtet werden, die der Dimension der Märtyrer gewidmet ist. Und wir werden auch eine Ausstellung auf die Beine stellen, die die Zeichnungen Pater Ramins zeigt. Als er zur Mission nach Brasilien aufbrach, hat er begonnen, zu zeichnen. Es war seine Art und Weise, seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. An dem Tag, an dem die ihm gewidmete Begegnung stattfindet, werden wir 12, 15 seiner Bilder ausstellen. Auch das sind also wichtige Momente der Begegnung.“

Von grundlegender Bedeutung sei, dass die Synode jeweils am Morgen und am Abend von einem Moment der Spiritualität begleitet werde, stellte der Comboni-Missionar bei der Pressekonferenz heraus. „Die Begegnungen sind auch eine gute Gelegenheit, die Stimmen von Indigenen-Führern zu hören, die von ihrer Realität, ihrer Situation berichten – und die der Missionare und Missionarinnen, die sie begleiten.“ 

Ein Messe zum Gedenken an das Leid der indigenen Völker

Mit Blick auf die ganzheitliche Ökologie, die Papst Franziskus in der Enzyklika „Laudato sì“ entwickelt hat, werden sich Ordensleute, Missionare, Diplomaten und Experten am 5. Oktober im Antonianum mit den ökologischen Fragen der Amazonasregion und ihren Auswirkungen befassen. Am 12. Oktober, dem Jahrestag der Entdeckung Amerikas, wird in „Santa Maria in Transpontina“ traditionell die Gedenkmesse für die indigenen Völker gefeiert, die ganz im Zeichen der „Vergebung und Versöhnung“ steht. Am Samstag, den 19. Oktober, wird eine Prozession für den Amazonas durch die Gassen der Ewigen Stadt ziehen.

(vatican news)


 

21 September 2019, 14:31