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Vatican News
Demonstration im indischen Bundesstaat Assam gegen das nationale Register für Staatsbürger Demonstration im indischen Bundesstaat Assam gegen das nationale Register für Staatsbürger  (ANSA)

Indien: Religiöse Minderheiten stehen unter Druck

In Neu Delhi haben hunderte Gläubige unterschiedlicher Glaubensrichtung gegen die zunehmende Gewalt gegen religiöse Minderheiten demonstriert. Auch Gewalttaten gegenüber Christen nehmen massiv zu. In einer Erklärung des Vereinigten Christlichen Forums für Menschenrechte heißt es, es sei in großen Teilen Indiens nicht sicher, seinen Glauben auszuüben.

Nach Angaben des Forums wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres knapp 160 Gewalttaten gegen Christen in 23 indischen Bundesstaaten registriert. Darunter seien auch Angriffe, bei denen Gläubige beispielsweise bedroht oder geschlagen wurden, obwohl sie sich friedlich in Kirchen oder Gebetsräumen versammelt hätten. „Wir kämpfen für unsere Grundrechte: das Recht auf Gottesdienst und Religionsfreiheit als Bürger dieses Landes. Deshalb sind wir hier – um gegen alle Formen von Gewalt, Verfolgung, Ungerechtigkeit und fortwährender Diskriminierung von Kirchen und Christen zu demonstrieren“, sagte der Menschenrechtsaktivist Minakshi Singh, Organisator der Demonstration.

Hintergrund: Hindunationalisten wollen Macht ausbauen

Die hindu-nationalistische Regierungspartei BJP in Indien unter Premierminister Narendra Modi kämpft schon lange für die Vorherrschaft der Hindus in Indien. Muslime und andere religiöse Minderheiten werden zunehmend diskriminiert und ausgegrenzt. Die BJP hat vor allem der illegalen Einwanderung den Kampf angesagt. Im indischen Bundesstaat Assam hat das radikale Vorgehen der Hindunationalisten nun eine neue Eskalationsstufe erreicht: Laut indischen Medienberichten erklärte das nationale Register für Staatsbüger (NRC) fast zwei Millionen Muslime, die in der Region leben, für illegale Migranten.

Die meisten von dem Entschluss Betroffenen waren 1971 vor dem Unabhängigkeitskrieg in Bangladesch nach Indien geflohen. Das im vergangenen Jahr von der Regierung in Assam beschlossene Bürgerregister nimmt diese Menschen nicht auf, sondern nur jene, die bereits vor 1971 ins Land gekommen sind. Bereits im Januar hatte das indische Unterhaus einen umstrittenes Gesetz verabschiedet, das hunderttausenden illegal zugewanderten Hindus, Christen und Sikhs die Staatsbürgerschaft, wenn sie bereits seit sechs Jahren im Land leben – nur Muslimen nicht. 

(fides/kna - bw)



03 September 2019, 15:24