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Papst Franziskus mit Freunden an der Klagemauer Papst Franziskus mit Freunden an der Klagemauer  (Vatican Media)

Dialog-Komitee nimmt amerikanischen Rabbiner auf

Das in Abu Dhabi ansässige Hohe Komitee der Geschwisterlichkeit unter den Menschen hat einen jüdischen Religionsführer aus den USA aufgenommen. Der Washingtoner Rabbiner M. Bruce Lustig stößt als achtes Mitglied zu dem Gremium, das die Umsetzung des Brüderlichkeitsdokuments zum Ziel hat. Das Papier war in Abu Dhabi von Papst Franziskus und Großimam von Al-Azhar Ahmad Mohammad Al-Tayyeb unterzeichnet worden.

Lustig dankte dem Komitee für seine Ernennung als Vertreter des jüdischen Glaubens und brachte seine Freude über das Zustandekommen der historischen Erklärung zum Ausdruck.

Der designierte Kardinal Miguel Angel Ayuso Guixot, Präsident sowohl des Hohen Komitees wie auch des Päpstlichen Dialogrates, begrüßte den US-amerikanischen Rabbiner als neues Mitglied. Das Komitee werde in der nächsten Zeit versuchen, eine Reihe wichtiger und symbolhafter Persönlichkeiten einzubinden, um das Anliegen des Dialogs voranzubringen.

Rabbi M. Bruce Lustig

Rabbi M. Bruce Lustig ist Oberrabbiner der Jüdischen Gemeinde in Washington, wo er mehr als 25 Jahre lang tätig war. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 organisierte er einen Religionsgipfel, der Christen, Juden und Muslime in den Vereinigten Staaten zusammenführte. Daraus entstand ein Abrahamitischer Runder Tisch mit dem anglikanischen Bischof John Bryson Chane, dem Muslimgelehrten Akbar Ahmed und Rabbiner Lustig selbst; die drei setzten sich gemeinsam für Frieden und interreligiösen Dialog in den Vereinigten Staaten ein. Das Magazin Newsweek beschrieb Lustig als „einen der einflussreichsten Rabbiner Amerikas". Vom marokkanischen König Mohammed VI. erhielt er eine Ehrenmedaille für sein Engagement in der interreligiösen Zusammenarbeit.

Die Erklärung zur Geschwisterlichkeit zwischen den Menschen

Die gemeinsame Erklärung zur Geschwisterlichkeit ruft zur Solidarität zwischen allen Menschen und zur Wahrung der Menschenrechte auf, verurteilt Hass und Gewalt, besonders Terrorismus, der Religion instrumentalisiert. Vielmehr gelte es, auf den Weltfrieden hinzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die künftigen Generationen in einer Atmosphäre des gegenseitigen Respekts zusammenleben können. Auch die Rechte der Frau sind Gegenstand des Dokuments.

Das Hohe Komitee zur Umsetzung der religionsübergreifenden Erklärung entstand auf Initiative der Vereinigten Arabischen Emirate nach dem Besuch von Papst Franziskus im vergangenen Februar. Franziskus empfing am 11. September 2019 in seiner Residenz Casa Santa Marta die Mitglieder des Komitees zu einem kurzen Gespräch. Danach fand im Vatikan die erste Sitzung des im August gegründeten Komitees statt. 

(vatican news – gs)

18 September 2019, 14:39