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Fühlte sich von den Worten des Präsidenten angegriffen: Raoni Metuktire, Häuptling des Kayapo-Volkes Fühlte sich von den Worten des Präsidenten angegriffen: Raoni Metuktire, Häuptling des Kayapo-Volkes  (ANSA)

Brasilien: Bolsonaros UNO-Rede erzürnt Indigene

Die Rede des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro am 24. September 2019 bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen hat bei Indigenen und deren Fürsprechern Wut ausgelöst. Unter ihnen Erzbischof Roque Paloshi von Porto Velho, Präsident des Indigenen-Missionsrates CIMI.

„Die Vision eines indigenen Anführer repräsentiert nicht die aller Indigenen in Brasilien“, sagte Bolsonaro. Zudem sprach er von einem „Informationskrieg“ von ausländischen Regierungen, die Indigenen-Führer manipuliere. Viele deuteten die Worte des Staatsoberhaupts als eine Spitze gegen Raoni Metuktire, Häuptling des Kayapo-Volkes. Der 89-Jährige ist für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen und gilt als internationale Symbolfigur für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes und indigene Kulturen.

Raoni fordert Rücktritt Bolsonaros

Raoni äußerte sich einen Tag danach selbst zu den Vorwürfen: „Bolsonaro hat gesagt, ich sei kein Führer. Aber er ist es, der kein Anführer ist und gehen sollte.“

Mehrere Vertreter indigener Völker wiesen die Vorwürfe entschieden zurück. Erzbischof Paloshi sagte, die Menschenwürde von Raoni sei vom Präsidenten international verletzt worden. „Indem er Raoni und andere indigene Führer manipulierbar nennt, enthüllt der Präsident seine Gedanken und Gefühle voller Vorurteile und Rassismus, gekennzeichnet durch mangelndes Wissen oder bösartigen Glauben über dieses Thema“.

Für den Erzbischof, der an der Amazonas-Synode 6. bis 27. Oktober in Rom teilnehmen wird, „fördert die Aggressivität der Reden des Präsidenten und der Mitglieder seiner Regierung die Gewalt gegen die Gebiete und das Leben der Ureinwohner“.

(vatican news – tg)

26 September 2019, 11:55