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Noch immer beten die Menschen in Sri Lanka für die Opfer der Ostermassaker Noch immer beten die Menschen in Sri Lanka für die Opfer der Ostermassaker  (AFP or licensors)

Sri Lanka: UN-Experte warnt vor Zunahme religiöser Spannungen

Die Vereinten Nationen warnen vor wachsenden ethnisch-religiösen Spannungen in Sri Lanka als Folge der islamistischen Anschläge zu Ostern 2019. Viele Religionsgemeinschaften in dem Inselstaat sehen ihre Sicherheit zunehmend bedroht, sagte der UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit.

„Während die Regierung die Lage nach den Bombenexplosionen umgehend mehr oder weniger unter Kontrolle gebracht hat, sind viele Religionsgemeinschaften nach wie vor sehr über ihre Sicherheit besorgt“, sagte der UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit, Ahmed Shaheed, am Montag nach Beendigung seiner zwölftägigen Mission in Sri Lanka. Religiöse Extremisten stachelten zu Hass und Gewalt auf.

Religiöse Spannungen sind kein „sporadisches Ereignis“

„Die Regierung muss gegen die über unregulierte Medien verbreitete Hasspropaganda vorgehen, die sich gegen muslimische Gemeinschaften richtet und politisch motivierte ethnisch-religiöse Spannungen auslöst“, erklärte Shaheed bei der Vorstellung seines Berichts. Die ethnisch-religiösen Spannung dürfe nicht nur als sporadisches Ereignis behandelt werden. Das zugrundeliegende Unbehagen und die Feindseligkeit habe es schon lange vor den Osterangriffen und der anschließenden Gewalt gegeben, so Shaheed.

Bei den Terroranschlägen islamistischer Attentäter auf Kirchen und Hotels waren am Ostersonntag mehr als 250 Menschen getötet worden, darunter 100 allein in der katholischen Antonius-Kirche in Colombo. Seit Jahren schürt die extremistische buddhistische Mönchsorganisation Bodu Bala Sena im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka Hass und Gewalt vor allem gegen die muslimische Minderheit, in geringeren Ausmaß auch gegen Christen.

(kap/kna -  cr)

27 August 2019, 12:03