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Vatican News
Russische Orthodoxe am Palmsontag in St. Petersburg (AFP or licensors)

Russland: Zwei Drittel bekennen sich zur orthodoxen Kirche

Etwa zwei Drittel der russischen Bürger identifizieren sich als orthodox. Das besagen die Ergebnisse einer Umfrage des staatlichen Meinungsforschungsinstituts VCIOM, die die Agentur Interfax zusammenfasste. 15 Prozent der russischen Bevölkerung bezeichnen sich jedoch als atheistisch. Bei junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren liegt dieser Wert sogar bei gut einem Drittel.

Gemäß der soziologischen Umfrage seien eine überwältigende Mehrheit der orthodoxen Christen (86 Prozent) auch kirchlich getauft. Wiederum zwei Drittel von ihnen sind (66 Prozent) jedoch nur getauft, weil ihre Eltern oder Verwandten dies beschlossen haben. 34 Prozent der Befragten glauben daher, dass Menschen selbst entscheiden sollten, ob sie sich im Erwachsenenalter taufen lassen wollen.  Unter jungen Menschen finden dies sogar deutlich mehr als die Hälfte (59 Prozent).

Laut VCIOM identifizieren sich in Russland fünf Prozent der Befragten als Muslime, ein Prozent als Katholiken, ein Prozent als Protestanten. Sechs Prozent der Befragten sagen, sie glauben, gehören aber keinem der Konfessionen an. Sie seien unentschlossen, ob sie an Gott glauben oder Atheisten seien.

Tendenz der Entstehung einer Glaubenskrise

„Bei der Analyse der Ergebnisse der Studie sollte man ernsthaft über die zunehmende Tendenz zur Entstehung einer Glaubenskrise im Allgemeinen und der Orthodoxie im Besonderen nachdenken. Die Generation Z, die auch als erste volldigitale Generation bezeichnet wird, erklärt einen deutlichen Anstieg des Anteils der Nichtgläubigen und einen fast dreimaligen Rückgang des Anteils orthodoxer Christen", zitiert Kirill Rodin, VCIOM-Direktor für die Arbeit mit staatlichen Autoritätsorganen, den Pressedienst des VCIOM.

„Die neue Generation hat viele Unterschiede zu ihren Vorgängern. Aber es besteht kein Zweifel, dass es eine dominierenden Generation handelt, die in einer neuen Kommunikationsrealität leben. Die neuen Gesetze und Möglichkeiten haben Einfluss auf die Gestaltung der Lebensanschauung der Menschen. Die verlangsamte Modernisierung der alten Formen kann zu einem fatalen Meilenstein bei der Identifizierung eines neuen Platzes und einer neuen Rolle der Institution des Glaubens in der Gesellschaft werden", sagte Rodin.

(interfax – vm)

24 August 2019, 15:18