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18. August 2018: Der Erzbischof von Genua bei der Trauerfeier für die Opfer des Brückeneinsturzes 18. August 2018: Der Erzbischof von Genua bei der Trauerfeier für die Opfer des Brückeneinsturzes  (AFP or licensors)

Erzbischof von Genua: Vertrauensvoll in die Zukunft blicken

Am 14. August um 11.36 Uhr, dem genauen Zeitpunkt des Einsturzes der Morandi-Brücke vor einem Jahr, werden im italienischen Genua alle Glocken läuten. Der Erzbischof der Stadt, Kardinal Angelo Bagnasco, wird zum Gedenken an die Opfer der Tragödie an der Unglückstelle ein Requiem feiern. Eine „Erinnerung, die helfen soll, mit neuem Vertrauen in die Zukunft zu blicken.“

Silvia Kritzenberger und Luca Collodi - Vatikanstadt

Zum ersten Jahrestag der Tragödie, die Genua mitten ins Herz getroffen hat, wird Kardinal Angelo Bagnasco an der Stelle, an der die Katastrophenbrücke stand, eine heilige Messe feiern. 43 Menschen verloren damals ihr Leben, 566 wurden obdachlos. Das Erzbistum Genua hat alle Pfarreien und Religionsgemeinschaften eingeladen, am Mittwoch, den 14. August, bei allen Messen, Vespern und Rosenkränzen der Opfer zu gedenken.

Leid, aus dem Hoffnung erwächst

Wie Kardinal Bagnasco im Gespräch mit Vatican News erklärt, ginge es für die Genuesen nun vor allem darum, zusammenzuhalten. In einer Gesellschaft, die von Zusammenhalt und Teilhabe getragen werde, könnten alle Probleme gelöst werden. „Nach der Tragödie hat die ganze Welt voller Schmerz auf Genua geblickt,“ erinnert sich der Erzbischof. „Und jetzt blickt man mit Erwartungshaltung auf uns; versucht zu verstehen, wie es die Menschen hier mit ihrem Können, ihrem Einfallsreichtum und ihrer Entschlossenheit geschafft haben, nach vorne zu blicken, den Glauben an die Zukunft ihrer Stadt und ihrer Menschen nicht zu verlieren. Und diese Erwartungshaltung wird Früchte tragen. Wenn sich Genua bewährt, dann hat es das seinen Bürgern, seinen Institutionen und seinem Glauben zu verdanken.“

Zum Nachhören

Letztendlich habe das immense Leid die Genuesen nur noch enger zusammengeschweißt, bekräftigt Bagnasco. Dass aus einer Tragödie, die so vielen Menschen unermessliches Leid beschert hat, der Wunsch entstanden sei, enger zusammenzurücken, nicht aufzugeben, sondern nach vorn zu blicken, sei eine große Überraschung gewesen. Das große Erbe einer Stadt und eines Landes, das nicht vergeudet werden dürfe.

Die Umarmung der ganzen Stadt....

Mit der Gedenkmesse wolle man die Familien die Umarmung der ganzen Stadt spüren lassen, betont der Erzbischof von Genua. „Natürlich wird die Erinnerung an diese Tragödie immer mit Leid und Schmerz verbunden sein. Sie muss uns aber auch als Ansporn dienen, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken, damit wir auch weiter im Geist eines größeren gegenseitigen Vertrauens, der Sympathie, der Liebe zwischen uns und der Liebe zu unserer Stadt zusammenleben können.“

Neues Brückenprojekt: im Zeichen der Sicherheit

Für den Neubau der Brücke, mit dem man den Stararchitekten Renzo Piano betraut hat, findet der Erzbischof nur lobende Worte. Die neue Brücke werde eine sehr leichte Ganzstahlbrücke sein. Sie vermittle ein Bild der Linearität und der Nüchternheit, was in einer gewissen Weise auch den Charakter der Genuesen widerspiegle. Zugleich sei sie aber auch ausgesprochen sicher.

Die Frage nach der Verantwortung...

Der Einsturz der Morandi-Brücke hat natürlich auch Fragen nach der Verantwortung aufgeworfen. Eine derartige Tragödie rufe jeden von uns auf den Plan, betont der Erzbischof. „Es ist eine große Erinnerung an die Verantwortung aller, und natürlich vor allem deren, die die größere Verantwortung für die öffentlichen Belange tragen. Jede Katastrophe, besonders, wenn sie Menschenleben fordert, fordert die Verantwortung eines jeden von uns ein.“

(vatican news)

 

13 August 2019, 13:11