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Viele Menschen zünden Kerzen für die 15-jährige Schülerin an Viele Menschen zünden Kerzen für die 15-jährige Schülerin an   (AFP or licensors)

Rumänien: Orthodoxe Kirche betet für ermordete 15-Jährige

Das rumänisch-orthodoxe Patriarchat hat der Familie der 15-jährigen Alexandra Macesanu „aufrichtiges Mitgefühl und tiefe Solidarität“ bekundet. Das Mädchen wurde Opfer eines brutalen Verbrechens. Ihr Fall hat wegen des vermuteten Versagens von Notrufdienst und Polizei in Rumänien allgemeine Empörung ausgelöst.

Das rumänisch-orthodoxe Patriarchat fordert Priester und Gläubige auf, „im Gebet Alexandras und ihrer Eltern und Verwandten zu gedenken.“ Man hoffe, dass der Fall bald aufgeklärt werde und die Schuldigen mit der ganzen Strenge des Gesetzes bestraft würden.

Zugleich wird in der Erklärung des Patriachats die Sorge über die zunehmende Zahl der Frauen und Mädchen betont, die in Rumänien „Opfer von Gewalt oder Menschenhandel“ werden. Solche Vorfälle bedeuteten eine „Infragestellung der Menschenwürde und des gesellschaftlichen Friedens“. Deshalb müsse das Gebet für die Opfer auch von „solidarischem Handeln" begleitet und das verantwortliche Verhalten in der Gesellschaft gefördert werden.

Keine Hilfe, trotz mehrerer Notrufe

Die Schülerin war vor gut einer Woche von einem polizeibekannten Täter entführt und vergewaltigt worden. Ihr gelang es, drei Mal einen Notruf an die Polizei abzusetzen, in dem sie ihren Entführer und den Ort, an dem sie gefangen gehalten wurde, so gut sie konnte beschrieb. Ihren letzten Anruf beendete sie mit „Er kommt, er kommt“. Erst 19 Stunden nach dem letzten Notruf griff die Polizei ein – doch da war die 15-jährige bereits tot. Am vergangenen Freitag gestand ein 66-jähriger Mann die Tat sowie den Mord an einer weiteren 18-jährigen Schülerin.

Der Fall löste in Rumänien am Wochenende Massenproteste gegen die Regierung und die Behörden aus. Der Polizei wird Inkompetenz und Versagen vorgeworfen. Die sozialliberale Regierung entließ bereits den rumänischen Polizeichef sowie mehrere weitere hohe Verwaltungs- und Polizeibeamte. Auch Innenminister Nicolae Moga trat an diesem Dienstag nach nur sechs Tagen im Amt zurück. Die weiteren Folgen des Mordfalls sind noch nicht absehbar.

(kap/spiegel online – vm) 

31 Juli 2019, 11:31