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Europa- und Außenminister Asselborn (links) bei seinem polnischen Amtskollegen in Warschau Jean Asselborn (links) bei seinem polnischen Amtskollegen in Warschau  (ANSA)

Luxemburg: Außenminister kritisiert libysche Flüchtlingspolitik

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat den Umgang Libyens mit aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen kritisiert. Wie die Katholische Nachrichtenagentur an diesem Donnerstag meldete, forderte er in einem Interview die EU zum Einschreiten auf.

„Die Europäische Union muss dringend auf die international anerkannte Regierung in Libyen einwirken, damit die libysche Küstenwache die geretteten Migranten nicht mehr wie bisher in Militärlager bringt,  die leicht Ziel von kriegerischen Angriffen werden können, sondern in die Einrichtungen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und der Internationalen Organisation für Migration (IOM)", so Asselborn im Gespräch mit der deutschen Tageszeitung Welt.

Humane Betreuung zulassen

Zugleich sollte die „libysche Regierung endlich erlauben, dass Lager unter dem Dach von UNHCR und IOM aufgebaut werden können, damit die Migranten human betreut werden und sicher sind“, betonte der Außenamtschef, der auch für Migrationspolitik zuständig ist. Asselborn fügte hinzu: „In Libyen werden dringend etwa sechs Aufnahmelager für jeweils tausend Migranten benötigt“. Diese Lager sollten nach seiner Einschätzung nur von UNHCR und IOM verwaltet werden.

In der vergangenen Woche hatten Luftangriffe ein Flüchtlingslager nahe der Hauptstadt Tripolis getroffen und über 50 Menschen getötet. Die von Islamisten gestützte Regierung des Bürgerkriegslandes sei laut Experten außerstande, die Sicherheit für die internierten Flüchtlinge zu gewährleisten. Das nordafrikanische Transitland steht international in der Kritik wegen verheerender Zustände in den Lagern, wo Flüchtlinge „weggesperrt“ werden.

(kna / vatican news – fr)



11 Juli 2019, 12:33