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Kardinal Sako Kardinal Sako  (AFP or licensors)

Irak: Spannungen zwischen USA und Iran machen den Menschen Angst

Die wachsenden Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten, die zu einem offenen Krieg führen könnten, lassen die Menschen im Irak zaghaft in die Zukunft blicken. Auch der vom Papst selbst angekündigte Besuch im Land könnte dadurch gefährdet sein. Dieser Alarm kommt vom chaldäischen Patriarchen, Kardinal Louis Raphael Sako. Auch er selbst äußerte im Gespräch mit Radio Vatikan die Sorge über einen erneuten kriegerischen Konflikt.

Mario Galgano und Amedeo Lomonaco – Vatikanstadt

Ein neuer Krieg würde die Situation im gesamten Nahen Osten verschärfen. Davon ist der Patriarch der Chaldäer im Irak überzeugt. Deshalb sei auch die geplante und bereits öffentlich angekündigte Reise des Papstes in den Irak heute „ungewiss“, so Kardinal Sako.

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„Wir sind sehr besorgt. Das ist eine ganz ernste Sache und wir wissen nicht, was geschehen wird. Die Menschen hier haben Angst. Es fehlen Perspektiven für die Zukunft. Die Gegenwart sieht ja bereits so aus, dass Gewalt herrscht. Da gibt es so viele Interessen von ausländischen Mächten, aber alle beteiligten Länder müssen an einem Tisch für den Dialog miteinbezogen werden.“

„Es gibt wahrlich Spannungen und das kann für die gesamte Region ein Desaster werden“

Waffen und Gewalt seien die falsche Sprache, so Kardinal Sako. Er verweist auf „unerfreulichen Gesten“, die man nur als Provokation verstehen könne. Damit bezog er sich auf die jüngste Handlung Irans gegenüber westlichen Mächten in der Straße von Hormus, wo ein britisches Schiff von den iranischen Sicherheitskräften beschlagnahmt wurde.

„Es gibt wahrlich Spannungen und das kann für die gesamte Region ein Desaster werden. Sie wollen einen Krieg beginnen, wissen aber nicht, wie das enden wird. Ich habe einen Aufruf sowohl an Washington als auch an Teheran gerichtet, in der ich zum Dialog appelliere. Mit einem Krieg würden alle verlieren, aber niemand hört zu. Jede Seite denkt nur an sich. Aber wir vor Ort leiden an der Zerstörung dieser Region.“

Zu viele Menschen seien im Nahen Osten durch „absurde Kriege“ gestorben, so Kardinal Sako weiter. Viel erhoffe man sich von dem angekündigten Papstbesuch, auch wenn Sako noch skeptisch bleibt, ob es überhaupt stattfinden kann und wird.

„Ich denke, dass ein Besuch angesichts der aktuellen Spannungen in der Region ungewiss ist. Alle Iraker warten auf diesen Besuch des Papstes. Das gilt sowohl für die Christen als auch für die Muslime. Wir Christen brauchen die Präsenz des Heiligen Vaters bei uns. Doch ehrlich gesagt, wüsste ich nicht, wann und wie genau der Papst kommen könnte.“

(vatican news)

24 Juli 2019, 13:15