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Vatican News
Mutter des getöteten Mädchens Mutter des getöteten Mädchens  (AFP or licensors)

Drogenkrieg auf den Philippinen: Empörung über Senator

Für Empörung hat eine Äußerung von Senator Bato dela Rosa zur Ermordung eines drei Jahre alten Mädchens im „Drogenkrieg" von Präsident Rodrigo Duterte gesorgt. Den Tod des Kindes hatte der Politiker mit den Worten „dumm gelaufen" kommentiert.

Als „gefühllos" und „verachtend" kritisierte Carlos Conde, Vertreter der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), die „shit happens"-Äußerung von dela Rosa in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. Als ehemaliger Polizeichef der Philippinen war Senator dela Rosa seit der Amtseinführung von Duterte im Sommer 2016 der Chefarchitekt des Krieges gegen angebliche Drogenkonsumenten und -dealer.

Tochter als menschliches Schutzschild

Die dreijährige Myka Ulpina starb durch Schüsse der Polizei, als die Beamten ihren Vater Renato Dolofrina in einem Vorort von Manila festnehmen wollten. Laut der Polizei in den philippinischen Medien soll Dolofrina seine kleine Tochter als menschlichen Schutzschild benutzt haben, um sich seiner Festnahme zu widersetzen.

Nach Informationen von HRW wurden im Drogenkrieg bisher mehr als 100 Kinder und Jugendliche getötet. Insgesamt sind laut Polizei in den drei Jahren bei Einsätzen im Drogenkrieg mehr als 6.000 Menschen erschossen worden. Kirchen und Menschenrechtler sprechen von weiteren rund 22.0000 Opfern, die von anonymen Todesschwadronen getötet worden sein sollen.

(kna – vm)

05 Juli 2019, 10:59