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Eine Frau in Bolivien Eine Frau in Bolivien 

Bolivien: Kirche prangert Frauenmorde an

Die katholische Kirche in Bolivien hat ein entschlosseneres Vorgehen von Politik und Gesellschaft gegen Frauenmorde gefordert. Die Justiz dürfe die Urheber der feigen und schrecklichen Gewalt nicht straffrei davon kommen lassen, sagt der Erzbischof von Santa Cruz, Sergio Gualberti, in seiner Sonntagspredigt.

Das berichtete die Tageszeitung „Los Tiempos“. Die staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen müssten Maßnahmen ergreifen, um die familiäre Gewalt zu stoppen, so Gualberti weiter. Laut Staatsanwaltschaft wurden in Bolivien seit Jahresbeginn 73 Morde an Frauen gezählt.

Femizid – also die Ermordung von Frauen im Zusammenhang mit ihrem Geschlecht – ist in ganz Lateinamerika ein großes Problem. Häufig töten Ehemänner, Ex-Freunde oder Familienangehörige die Frauen aus kulturellen oder sozialen Gründen. Machismo ist in der männlich dominierten Gesellschaft immer noch stark ausgeprägt. Morde an Frauen werden deswegen oft nicht als gravierend bezeichnet.

(kna/deutschlandfunk – vm)

15 Juli 2019, 11:32