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Die Statue des verstorbenen Priesters Henryk Jankowski, der Kinder missbraucht haben soll, wurde von Aktivisten umgeworfen Die Statue des verstorbenen Priesters Henryk Jankowski, der Kinder missbraucht haben soll, wurde von Aktivisten umgeworfen  (foto-agazeta)

Missbrauch in Polen: Papst erklärt sich solidarisch mit Opfern

Papst Franziskus hat sich mit Missbrauchsopfern in Polen solidarisch erklärt. Das osteuropäische Land wird derzeit von einer schweren kirchlichen Missbrauchskrise erschüttert. Auslöser waren zwei Film-Dokumentationen.

Wie Vatikansprecher Alessandro Gisotti mitteilte, ließ der Papst über den Nuntius in Warschau, Erzbischof Salvatore Pennacchio, den Opfern von Missbrauch in Polen seiner Nähe und Solidarität versichern. Nächstes Monat – nach der Europawahl - wird Erzbischof Charles Scicluna Polen besuchen. Der beigeordnete Sekretär der vatikanischen Glaubenskongregation ist der oberste Kinderschutzfachmann des Heiligen Stuhles. Er war von der polnischen Bischofskonferenz eingeladen worden, hieß es in einer Vatikan-Mitteilung.

Seit vergangenen Samstag ist der polnische Dokumentarfilm „Sag es bloß niemandem“ („Tylko nie mow nikomu“) des Investigativ-Journalisten Tomasz Sekielski auf der Videoplattform youtube zugänglich. Er wurde in knapp einer Woche 15 Millionen Mal aufgerufen und zeigt unter anderem mit versteckter Kamera aufgenommene Begegnungen von Opfern pädophiler Priester mit ihren einstigen Peinigern. Der Primas von Polen, Erzbischof Wojciech Polak, bat um Vergebung „für alle Verletzungen, die durch Männer der Kirche zugefügt wurden". Er kündigte am Donnerstag zudem die Einrichtung eines Solidaritätsfonds für Opfer von Missbrauch ein.

Vergangenen Winter hatte bereits der Kinofilm „Klerus“ über die sexuellen Vergehen katholischer Geistlicher das Land erschüttert. In Polen war das Ausmaß des Missbrauchs in der Kirche den meisten Gläubigen über lange Zeit nicht klar. 

(vatican news/afp – gs)

17 Mai 2019, 17:54