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Kirche in Burkina Faso Kiche in Burkina Faso  (SESAME PICTURES)

Burkina Faso: Weitere Ermordung eines Priesters

Ein spanischer Salesianerpater ist am Freitag in der südwestlichen Stadt Bobo Dioulasso erstochen worden. Das berichten unsere französischsprachigen Kollegen.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Die katholische Kirche in Burkina Faso steht vor einer weiteren leidvollen Prüfung: Der Mord am Freitag reiht sich ein in eine besonders dramatische Woche, die bereits von zwei Angriffen geprägt war. Am Sonntag und Montag wurden mindestens zehn Menschen getötet. Die Fides-Agentur, die den neuen Mordfall mitteilt, ist eine Einrichtung, die mit der vatikanischen Kongregation für die Evangelisierung der Völker verbunden ist. Sie gab bekannt, dass Pater Fernando Fernández, ein Salesianerpriester spanischer Nationalität, am Freitagmittag im Zentrum der Salesianer Don Boscos in der Stadt Bobo Dioulasso im Südwesten Burkina Fasos erstochen wurde. Die Informationen wurden unseren Kollegen der französischsprachigen Redaktion von der Erzdiözese direkt bestätigt.

Aus Rache gehandelt?

Was bisher bekannt ist: Beim Mittagessen warf sich ein ehemaliger Koch, der sieben Jahre lang an jenem Ort gearbeitet hatte, mit einem Messer auf den spanischen Ordensmann und tötete ihn. Ein weiterer Priester, der togolesische Pater Germain Plakoo-Mlapa, wurde verletzt. Er ist Studienleiter der Einrichtung und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, befinde sich aber außer Lebensgefahr. Der Mörder sei sofort von der Polizei verhaftet worden. Nach den ersten Ermittlungen der Sicherheitskräfte scheint es, dass der Koch für seine Entlassung vor zwei Monaten Rache üben wollte.

Pater Fernández war Schatzmeister des Don Bosco-Zentrums in Bobo-Dioulasso, der zweitgrößten Stadt Burkina Fasos in der Provinz Houet, die etwa 300 Kilometer von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt liegt. Die Salesianer haben in dieser Stadt drei Bildungseinrichtungen aufgebaut: Ein Förderzentrum für Straßenkinder, ein Weiteres zur Alphabetisierung und ein Berufsbildungszentrum mit mehr als 300 Schülern.

Mehrere Tötungsdelikte innerhalb kurzer Zeit

Die Ermordung von Pater Fernández ist der jüngste Vorfall einer Reihe von Gewalttaten gegen katholische Gläubige im Land. Am 15. Februar wurde ebenfalls ein spanischer Salesianerpriester, Pater Antonio César Fernández, bei einem jihadistischen Angriff 40 Kilometer vor der Südgrenze Burkina Fasos getötet. Anfang dieser Woche erschütterten zwei sehr schwere Angriffe katholische Gemeinden. Am Sonntag griff eine bewaffnete Gruppe die Gemeinde Dablo an und tötete Priester Simeon Yampa und fünf Gläubige. Bereits am darauffolgenden Tag wurden in Singa bei einer marianischen Prozession vier Gläubige von Angreifern erschossen und die Statue der Jungfrau Maria wurde zerstört.

(vatican news)

18 Mai 2019, 11:54