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Bangalore, Indien: Frauen protestieren gegen die Zunahme sexueller Gewalt gegen junge Mädchen und Frauen Bangalore, Indien: Frauen protestieren gegen die Zunahme sexueller Gewalt gegen junge Mädchen und Frauen  (ANSA)

Indien: Verhafteter Jesuitenpriester auf Kaution freigelassen

Pater Alphonse Aind wird vorgeworfen, an der Entführung und Vergewaltigung von fünf Frauen beteiligt gewesen zu sein. Der Oberste Gerichtshof im indischen Bundesstaat Jharkhand sieht alle Auflagen des Kautionsantrags erfüllt.

Zu diesen Auflagen gehören die Herausgabe des Reisepasses und das regelmäßige Erscheinen vor dem Amtsgericht, an dem Pater Ainds Fall verhandelt wird. Er darf den Bezirk Khunti nicht ohne gerichtliche Genehmigung verlassen und musste eine Kaution von 50.000 Rupien (700 Dollar) hinterlegen.

Pater Aind wurde verhaftet, nachdem er am 22. Juni letzten Jahres beschuldigt worden war, sich der sexuellen Gewalt gegen fünf Frauen mitschuldig gemacht zu haben. Die Opfer – vier Mädchen und eine Frau – wurden von maskierten Verbrechern entführt, als sie sich auf dem Weg von einem von Ursulinen geführten Zentrum zur Schule von Pater Aind befanden. Die Schule liegt im Dorf Kochang in Khunti in Nordostindien.

Im Juni noch weiterer Vergehen beschuldigt...

Der Oberste Gerichtshof hatte dem Kautionsantrag am 7. Februar stattgegeben. Pater Aind konnte jedoch nicht freigelassen werden, weil man ihn am 21. Juni weiterer Vergehen beschuldigt hatte. So hätte er sich nicht nur der unterlassenen Meldepflicht des Falles an die Polizei strafbar gemacht, sondern auch der Verabreichung einer Droge mit der Absicht, eine Straftat zu begehen.

Wie der Jesuitenpater und Sozialarbeiter Xavier Soreng ucanews.com gegenüber verlauten ließ, hätte man am 22. Februar beim Obersten Gerichtshof einen Ergänzungsantrag stellen müssen, um zu beweisen, dass die Freilassung des Priesters das laufende Verfahren nicht beeinträchtigen würde.

Die mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer und zwei nicht entführte Urselinen seien Teil einer Gruppe gewesen, die auf Einladung von Pater Aind, der auch der örtlich zuständige Pfarrer ist, ein Sensibilisierungsprogramm zum Thema Mädchenhandel leiten sollten.

Christenfeindliche Atmosphäre seit Machtübernahme der Indischen Volkspartei

Kirchenvertreter sehen die Anklagen gegen den Jesuitenpater im Zusammenhang mit der christenfeindlichen Atmosphäre, die in Indien herrscht, seit die Indische Volkspartei (BJP) 2014 an die Macht gekommen ist. Christlichen Institutionen wird vorgeworfen, die Unabhängigkeitsbestrebungen des Stammes der Pathalgadi zu fördern, die die Regierung von Jharkhand als rechtswidrig bezeichnet. BJP-Führer haben kirchliche Gruppen beschuldigt, solche Bewegungen zu unterstützen.

Pater Soreng vermutet, dass hinter den Anklagen gegen Pater Aind die Absicht steckt, Kirchenleute mit umstrittenen Bewegungen in Verbindung zu bringen und die indigene Gemeinschaft vor den Parlamentswahlen im April zu spalten.

(vatican news - skr)


 

16 März 2019, 16:54