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Armut in Pakistan Armut in Pakistan  (ANSA)

Pakistan: Bischöfe warnen vor Mädchen-Ehen mit Ausländern

In Pakistan haben in den vergangenen Jahren Eheschließungen zwischen sehr jungen Christenmädchen mit Ausländern zugenommen. Die Bischöfe sehen das Phänomen mit großer Skepsis, berichtet Asianews.

Der Agentur zufolge wurden seit November 2017 etwa 700 arrangierte Mischehen zwischen oft halbwüchsigen Pakistanerinnen und chinesischen Männern geschlossen. Dank eines chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridors sind in dem südasiatischen Land etliche chinesische Unternehmen ansässig.

Die bischöfliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden warnt in diesem Zusammenhang vor Menschenhandel. Bei der Organisation treffen laut Asianews immer mehr Informationen über Fälle ein, in denen Mädchen und Frauen ohne ihr Wissen verkauft wurden. Die Agentur zitiert eine 19-jährige Zeugin namens Muqadas Saddique, die vor wenigen Wochen in Islamabad verheiratet wurde. „Frauen unseres Stadtviertels hatten mir einen Ehemann vorgeschlagen. Ich ging zusammen mit meiner Familie hin, um den Bräutigam kennenzulernen, aber ich wusste nicht, dass sie die Hochzeit für denselben Tag vorbereitet hatten. Sie haben uns unter Drogen gesetzt, so haben wir allem zugestimmt, was uns abverlangt wurde.“

Risikofaktor: Armut

Wie Asianews schreibt, tritt das Phänomen der Mischehen mit sehr jungen Mädchen auch in anderen Entwicklungsländern auf. Solche Arrangements seien oft „schädlich für die christlichen Familien, besonders für die Ehefrauen“, warnte der Rektor der Kathedrale von Lahore, Pater Inayat Bernard. Er rief Eltern dazu auf, ihre Töchter nicht zu verkaufen und nicht ins Ausland zu schicken, weil sie sich dort prostituieren müssten. Pakistans Medien ignorierten diese Fälle mit Absicht, kritisierte der Priester. Die leichtesten Ziele seien arme Familien. In Pakistan gehören Christen meist zur den untersten Schichten der Bevölkerung.

(asianews – gs)

12 März 2019, 10:14