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Schwer in der Kritik: Kardinal Donald Wuerl Schwer in der Kritik: Kardinal Donald Wuerl   (AFP or licensors)

USA: Wuerl ‚vergaß‘ Vorwürfe gegen McCarrick

In einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben an die Priester der Diözese Washington verteidigt sich der emeritierte Erzbischof Kardinal Donald Wuerl, er habe sich erst später an eine 14 Jahre alte Beschwerde eines damaligen Priesters erinnert.

Dieser hatte im Bericht zu einem anderen Fall angegeben, „unangemessenes Verhalten“ des damaligen Washingtoner Erzbischofs McCarrick beobachtet und auch selbst erlebt zu haben. „Der gesamte Bericht wurde unverzüglich dem Apostolischen Nuntius ausgehändigt“, so Wuerl, der zu dieser Zeit Bischof von Pittsburgh war. Da sich die Anschuldigen in der Beschwerde aus dem Jahr 2004 auf McCarricks Verhalten gegenüber einem Erwachsenen bezogen, habe er sich anschließend nicht weiter mit der Angelegenheit befasst.

Einschlägige Vorwürfe seit 2004 bekannt

Die „Washington Post“ hatte kürzlich berichtet, Wuerl habe bereits 2004 von einschlägigen Vorwürfen gegen McCarrick gewusst. Ein Betroffener hatte die Zeitung auf ein entsprechendes Dokument hingewiesen, das Wuerl damals bekannt gewesen sein musste. Vor seiner Emeritierung im Oktober hatte der 78-Jährige stets bestritten, von Gerüchten über sexuelles Fehlverhalten seines Amtsvorgängers gehört zu haben. Papst Franziskus hatte den 88-jährigen McCarrick im Juni 2018 aus dem Kardinalsstand entlassen. Ihm wird vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum hinweg mindestens zwei minderjährige Jungen sexuell missbraucht zu haben. Zudem soll er über Jahrzehnte hinweg Priester und Seminaristen zum Sex verführt haben.

(kap/kna – ck)
 

17 Januar 2019, 11:54