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Mittelschiff einer Kathedrale Mittelschiff einer Kathedrale 

Schweden: Katholische Messen in der evangelischen Kathedrale

die Zeichen ökumenischer Gastfreundschaft mehren sich: In der evangelisch-lutherischen Kathedrale von Lund werden seit einiger Zeit wieder regelmäßig katholische Messen gefeiert.

Die katholische Gemeinde der Stadt, die Kirche St. Thomas, ist wegen Renovierung vorübergehend geschlossen, berichtet die Vatikanzeitung L'Osservatore Romano. Sie zitiert die lutherische Pastorin der Kathedrale, Pfarrerin Lena Sjöstrand, mit den Worten, es sei eine „wirklich einzigartige Zusammenarbeit zwischen der katholischen Gemeinschaft und unserer Gemeinschaft, eine Fortsetzung der Freundschaft, die zwischen uns entstanden ist."

Am 31. Oktober 2016 hatten Papst Franziskus und der damalige Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof Munib Younan, im Dom von Lund das Gedenkjahr der Reformation eröffnet und eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Mit diesem ökumenisch herausragenden Festakt, der als „Lund-Event“ bezeichnet wird, begann auch eine Annäherung der beiden örtlichen Gemeinschaften.

Anknüpfen an die  Zeit vor Luther

Ein weiteres Beispiel für diese Zusammenarbeit ist die ökumenische Vesper, die jeden Monat abwechselnd im evangelisch-lutherischen Dom und in der katholischen Kirche St. Thomas gefeiert wird. Im Gegenzug öffnet der lutherische Dom den katholischen Gläubigen seine Türen für die Feier der Sonntagsmesse und knüpft damit an die Zeit vor der Reformation an, als die Kathedrale von Lund dem Heiligen Lorenz geweiht war.

In Ländern, in denen Christen eine Minderheit sind, scheint sich diese Form von Gastfreundschaft durchzusetzen. Als Papst Franziskus in Lettland war, besuchte er auch den evangelisch–lutherischen Dom, wo ihn der Bischof darüber informierte, dass in der Kirche regelmäßig ökumenische Gebete von Gläubigen beider Konfessionen stattfinden.

(Osservatore romano - gs)

23 Januar 2019, 16:31