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Rodrigo Duterte hält eine Ansprache Rodrigo Duterte hält eine Ansprache  (ANSA)

Philippinen: Bischöfe brechen ihr Schweigen zu Duterte

„Das Böse mit dem Guten besiegen“: So hat die Philippinische Bischofskonferenz einen neuen Hirtenbrief überschrieben, in dem sie sich entschuldigt für ihr langes Schweigen zu „verstörenden Themen“ wie dem Drogenkrieg von Präsident Duterte und dessen Angriffe auf die Kirche und ihre Lehren. Die Bischöfe hätten die Zeit gebraucht, „um unsere gemeinsame Stimme zu finden“.

Ohne Präsident Rodrigo Duterte namentlich zu nennen, klagten die Bischöfe in dem Hirtenbrief vom 28. Januar, dass die an führende Personen der Kirche gerichteten „grausamen Worte“ wie „scharfe Dolche in die Seele der katholischen Kirche eindringen“. Der „Zyklus des Hasses“ zerstöre „das moralische Gefüge unseres Landes“. Die CBCP betonte ihren Respekt vor der „Gewissens- und Religionsfreiheit“ der Menschen. Jedoch beinhalte „die Meinungsfreiheit keine Lizenz zur Beleidigung des Glaubens anderer Menschen, besonders unseres Glaubens“. Als Hirten sei es die Pflicht der Bischöfe, ihre „Herde zu schützen und das besonders, wenn sie von Wölfen (!) angegriffen wird", betonten die Bischöfe mit Ausrufezeichen.

Duterte ist seit Juli 2016 im Amt. In den vergangenen Monaten hat er in einer Serie von Beschimpfungen und Vorwürfen die Bischofskonferenz wie auch einzelne Bischöfe scharf angegriffen. Gleichzeitig steht er wegen seiner Verachtung von Menschenrechten und Rechtsstaat in der Kritik. Im Drogenkrieg wurden seit seinem Amtsantritt mehr als 27.000 angebliche Drogenkriminelle auf offener Straße von der Polizei oder von anonymen Todesschwadronen erschossen.

Anhänger Dutertes auch unter den Bischöfen

Einzelne Bischöfe hatten sich deutlich gegen die Politik des Präsidenten positioniert. Umso lauter wurde in den vergangen Monaten aber die mediale Kritik am Schweigen der Bischofskonferenz, die auf den mehrheitlich katholischen Philippinen über  großen moralischen und politischen Einfluss verfügt. Nach jüngsten Meinungsumfragen finden rund 80 Prozent der Philippiner ihren Präsidenten gut, und es gilt als offenes Geheimnis, dass Duterte auch in der Kirchenhierarchie Sympathisanten hat.

Bischof Pablo Virgilio David hatte den Hirtenbrief der Bischöfe während einer Pressekonferenz verlesen. Der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz ist seit langem ein scharfer Kritiker des Drogenkriegs und wird deshalb von Duterte verleumdet, beleidigt und bedroht.
 

(kna - cs)

30 Januar 2019, 13:32